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1. FC Union Berlin - HSV Amateure  0:1 (0:0)

  am 09.09.2006, Alte Försterei, Deutschland, Regionalliga Nord, 5.000 Zuschauer  


Nach einigen Monaten Pause war’s wieder so weit – ein Urlaub stand an. Diesmal verschlug es mich nach Norddeutschland, genauer nach Berlin und Hamburg. Leider war der Reisetermin diesmal ziemlich exakt vorherbestimmt und so musste ich mit vollendeten Tatsachen abfinden, was sich hoppingtechnisch in dieser Zeit ausrichten ließe. Schnell war klar, in Berlin ist die Regionalliga an diesem Wochenende das höchste der Gefühle. Macht nichts, immerhin hab ich bisher auf deutschen Regionalligaplätzen sowieso bessere Erfahrungen gemacht als in den sterilen Arenen der Bundesliga. Nach einigen Tagen eifrigen Touristenlebens inklusive Absturz in der „bekacktesten Kneipe Deutschlands“ (www.klo.de) war’s am letzten Tag dann soweit. Ein Besuch beim Traditionsverein Union stand an. Man empfing die zweite Mannschaft des HSV. Das Stadion an der alten Försterei ist öffentlich recht gut erreichbar und war somit relativ schnell gefunden. Ein kurzer Besuch im Ticket- und Fanshop (samt Erwerb eines Union Retro Shirt's – ganz konnte ich den Touristen in mir nicht ablegen) und schon war ich im Stadion. Die Anlage an der alten Försterei ist recht idyllisch im Grünen gelegen und bietet eigentlich alles was das Hopperherz begehrt. Drei Steh- und eine Sitzplatztribüne, keine Laufbahn und recht beachtliche 5000 Fans, die eigentlich durchgehend für gute Atmosphäre sorgten. Hier beim ehemaligen Ostklub findet man zwar (noch) wenig Anzeichen irgendeiner Ultrakultur (und somit auch keine Doppelhalter, Schwenkfahnen oder ähnliche Utensilien) dafür aber 90 Minuten kernigen old-style Support. Das mag unter anderem daher rühren, dass Union der Berliner Arbeiterklub schlechthin ist (was man auch an der Fanszene gut merken kann) und somit eine gewisse „Erdigkeit“ repräsentiert. Als mittlerweile dem Zentrum unseres Ultrablocks entwachsener Nordtribünenbesucher fühlte ich mich auf Anhieb wohl (für einen gemütlichen Hoppingnachmittag war’s halt genau das richtige). Es gab zwar keine 90 Minuten Dauersupport und auch kein riesiges Pool an einfallsreichen und langen Chants, jedoch dem Spielgeschehen angepasste Emotionen und kurze, intensive und einprägsame Schlachtrufe. Leider gab es in dem Sinn keinen Gegner, da nur ca. 20 HSV Anhänger angereist waren (kein Wunder beim zeitgleichen Cupspiel in Stuttgart) und die Berliner somit zur Alleinunterhaltung verdammt waren. Ein Gegner der den nötigen Auswärtsmob mitbringt, hätte der Stimmung sicher noch eine Spur besser getan und die nötige Aggressivität in den Schlachtrufen aufkommen lassen (so wars halt dem Schiedsrichter allein überlassen diese Rolle zu übernehmen). Die Unioner waren sich der Problematik bewusst und taten dies mehrmals mit der lautstarken Forderung „Macht Liga Drei amateurefrei“ kund. Scheinbar mit Erfolg, denn ab nächstem Jahr wird’s hoffentlich tatsächlich keine Amateurteams mehr in der Regionalliga geben, da der DFB die Ligastruktur ändern will. Die Aufteilung der Fangruppen entsprach in etwa dem bekannten Schema: ein Mittelblock hinter dem Tor der prinzipiell die Schlachtrufe vorgibt (aber eben ohne Vorsänger oder sonstiger erkennbarer Koordination) und eine Seitentribüne wo kleinere Grüppchen meistens mit kurzer Verzögerung mitgehen bzw. teilweise selbst anstimmen (im Prinzip tatsächlich mit unserer Nord vergleichbar, wenngleich man die Relation in der Anzahl der Besucher sehen muss).
Damit zum Spiel: Die Unioner hatten die Saison recht stark begonnen und lagen ohne Gegentor auf Platz 3 (nach Verlustpunkten sogar auf Platz 1, da man ein Spiel weniger ausgetragen hatte). Dementsprechend selbstbewusst ging man auf den Rängen und auf dem Rasen ins Spiel. Die HSV Jungs verstanden es aber ganz gut den Druck der Anfangsminuten abzuwehren und übernahmen nach etwa 15 Minuten sogar die optische Überlegenheit. Zu mehr als einigen Halb- und einer Fastchance reichte es jedoch auch nicht und so wurde vor der Pause auch Union wieder etwas stärker und konnte ebenfalls noch eine (jedoch sehr gute) Chance verbuchen. In Summe ging es aber mit einem verdienten 0:0 in die Pause und Union war bis dato immer noch ohne Gegentor in dieser Saison. Nach der Pause war man bemüht den Druck zu erhöhen, jedoch ohne wirklich gefährlich zu werden. Auf der anderen Seite machte der HSV ebenfalls ohne Chance trotzdem das 0:1. Ein schön geschossener Freistoss (der von meiner Warte jedoch nicht unhaltbar schien) machte der Torsperre des Berliner Schlussmannes ein Ende.
Interessanterweise schafften es die Gastgeber jedoch lange Zeit nicht, sich grossartig aufzubäumen und so gelang es dem HSV II bis 5 Minuten vor Schluss relativ trocken die Führung zu verwalten. Erst in den Schlussminuten warfen die Berliner dann wirklich alles nach vorn und kamen noch zu 2 Großchancen die jedoch beide nicht genutzt wurden und somit blieb es beim 0:1 und der ersten Saisonniederlage. Ein Unentschieden wäre an diesen Tag sicher gerechter gewesen, aber danach fragt heute keiner mehr.
Mir bleibt trotzdem ein sehr gemütlicher Hoppingnachmittag sowie der traditionelle Schlachtruf der Berliner in Erinnerung. „Niemals vergessen – Eisern Union !“
























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