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FC Vysočina Jihlava - FK Viktoria Žižkov  0:1 (0:0)

  am 03.09.2006, Stadion v Jiráskově ulici, Tschechien, 2. Liga, 1.391 Zuschauer  


Das letzte Match wurde vor allem nach geographischen Gesichtspunkten ausgewählt, lag es doch genau entlang der Strecke Richtung Wien. Die Lage des Stadions konnten wir durch mehrmaliges Vorbeifahren trotz einer Umleitung recht schnell lokalisieren und nachdem ein Parkplatz in der Gegend gefunden war, konnte man sich recht gut am Flutlicht orientieren. Für wiederum umgerechnet drei Euro gelangten wir über einen improvisierten Eingang ins Stadion an der Jiráskovì ulica, welches derzeit an allen Ecken und Enden umgebaut und modernisiert wird. Aus dem alten Bestand gibt es eine Kurve mit einigen Betonstiegen und an der Hauptgerade eine gedeckte Sitzplatztribüne. Diese war – nicht zuletzt wegen des immer wieder aufkommenden Regens - auch berstend voll. Daran anschließend war auch die Kurve mit heimischen Fans und Besuchern recht gut gefüllt – zumindest bis zu deren Mitte, in der ein massiver Zaun den Block, der für die Gästefans vorgesehen war, abtrennte. Visavis der Haupttribüne steht ein etwa 20 Meter breiter, einstöckiger Turm, in dem Kabinen und V.I.P. untergebracht sind. Auf dessen Dach ist für die „sehr wichtigen Personen“ auch eine kleine aber feine überdachte Sitzplatztribüne errichtet. An der Stirnseite jenseits der Betonstiegenkurve kann man einen Eindruck gewinnen, wie das Stadion einmal aussehen könnte, wenn es fertig gestellt ist. Zwei mächtige, quadratische Türme in den Ecken und dazwischen eine neue Tribüne mit etwa 30 Reihen, an deren oberem Ende auch schon die Ansätze einer Dachkonstruktion erkennbar sind. Sollte das gesamte Stadion in diesem Stil adaptiert werden, wird daraus sicher ein moderner und sehr eindrucksvoller Fußballtempel. Allerdings ist zu bezweifeln dass eine Stadt und ein Verein wie Jihlava ein Stadion von derartigen Dimensionen benötigen. Zu erwähnen bleibt noch die augenscheinlich sehr neue Flutlichtanlage, die Abendspiele ohne Sichtbehinderung zulässt. Die Fans des FC Vysoèina Jihlava hatten am Ende der Haupttribüne ihr Lager errichtet, waren aber fast nur wegen dem Zaunbehang wahrnehmbar und akustisch nur ab und zu motiviert. Bei guten Aktionen ihrer Mannschaft, die an diesem Abend allerdings über weite Strecken Mangelware blieben, ging auch das restliche Publikum ordentlich mit. Von unserem Standplatz in der Kurve konnten wir beide Fangruppen recht gut beobachten, so auch die rund 15 Mitgereisten aus Prag. Das Gros dieser Gruppe war offensichtlich schwer alkoholisiert, brachte aber dennoch den einen oder anderen Sprechchor zustande. Meist waren es aber Schmähgesänge gegen die Einheimischen unterlegt mit obszönen Gesten und auch etwas Rauch. Nachdem man sich auch mehrmals in Hakenkreuzform am Boden formiert hatte, griffen sowohl Polizei als auch der private Sicherheitsdienst ein, allerdings nur, um zu beruhigen und dies sehr halbherzig. In Halbzeit 2 rauchte es dann noch zweimal, allerdings nicht, weil die Fans von Viktoria wieder etwas Pyro sondern ganz einfach die Toiletten in Brand gesteckt hatten.
Wir waren dankbar für diese Form der Unterhaltung, denn am Spielfeld selbst tat sich wenig bis gar nichts und zur Pause gabs ein verdientes 0:0. Zeit, das kulinarische Angebot zu testen, welches durchaus reichhaltig war: Außer den üblichen Klobasa fanden auch Koteletts den Weg auf den Grill und es gab auch eine Art Gulascheintopf, von dem wir allerdings nach unseren einschlägigen Erfahrungen auf diesem Gebiet die Finger ließen. Nachdem uns der Regen von außen und das eine oder andere Pivo von innen „angefeuchtet“ hatte, sahen wir in der zweiten Hälfte noch den Führungstreffer für den FK Viktoria Žižkov. Diese Führung gab man nicht mehr aus der Hand und war am Ende dem 2:0 näher als Jihlava dem Ausgleich.
Unmittelbar nach dem Match wurden wir von Kupfa wieder sicher und so rasch nach Wien chauffiert, dass man auch noch die nötigen Öffis erreichen konnte. Wieder ein interessanter Nachmittag im nördlichen Nachbarland und vor allem wieder einige Kreuze im Stadionplan der Hauptstadt. Natürlich fehlt noch der eine oder andere Ground und damit uns die Aufgaben und Ziele in dieser Richtung nicht ausgehen, wird demnächst das legendäre Stadion „Eden“ in Form eines Neubaus ein Revival erleben.
























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