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Ukraine - Tunesien  1:0 (0:0)

  am 23.06.2006, Olympiastadion Berlin, Deutschland, WM 2006, 72.000 Zuschauer  


Tag sieben – Freitag

Freitag war wieder früh aufstehen angesagt. Schließlich war nach Morgentoilette, Zeltabbruch und Frühstück Kilometer fressen angesagt, da man sich am Nachmittag am Schwarzmarkt in Berlin versuchen und auch noch etwas von der Stadt als solches sehen wollte. Noch rasch zur Tankstelle, wo man Diesel und Bargeldreserven bunkerte und außerdem Bier und eine Zeitung erwarb, in der sich noch ein Sinnlostest für die Heimreise auftat. Noch am Vormittag kamen wir in der Bundeshauptstadt an und nach rund einer Stunde vorbei an vielen bewachten Parkplätzen fand man einen sehr geeigneten Standplatz für die Nacht: Am Ende einer Kleingartensiedlung neben einem netten Wäldchen und dazu nur etwa 10 Minuten von jener S-Bahn entfernt, mit der wir sowohl das Stadion als auch das Zentrum ohne Umsteigen erreichen konnten. Am Weg zur S-Bahn lag außerdem noch das Mommsenstadion, das nicht nur die Heimat von Tennis Borussia Berlin ist, sondern dem deutschen Nationalteam während seines Aufenthaltes in Berlin auch als Trainingsfeld diente. Nach dem Tipp eines Wachmannes, der auf die ZDF-Übertragungswagen aufpasste kam man dann auch rein und drehte eine Foto- und Erkundungsrunde. Anschließend fuhren wir zum Stadion, um erste Fotos zu schießen und schon mal den Schwarzmarkt zu sondieren. Da die Schwarzhändler allerdings Vorstellungen von 120 bis 250 Euro hatten und auch bei der offiziellen Ticketstelle nichts zu holen war fuhr man gegen Mittag Richtung Zentrum, um erst mal die touristische Pflicht zu absolvieren. Vom beeindruckenden neuen Hauptbahnhof gings vorbei am Kanzleramt weiter zum Reichstag und übers Brandenburger Tor zum Potsdamer Platz. Mit der vor dem Reichstag aufgebauten Adidas-Arena und der Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Tiergarten war man auch im Zentrum der Kommerzialisierung des Fußballs im Allgemeinen und der WM im Speziellen angelangt. Wirklich Wahnsinn, welche Kapriolen hier Sponsorship und Geschäftemacherei schlagen. Es bleibt zu hoffen, dass so nicht die Zukunft des Fußballs aussieht, zumal das „Angebot“ großen Anklang findet und zu 100.000en gerne angenommen wird. Welche Art „Fans“ sich dort versammeln, kann sich der Kenner ungefähr ausmalen.
Nach einem (schon sehr nötigen) Bier zwischendurch suchten wir uns eine ruhigere Gegend abseits der Touristenfallen, um bei einem türkischen Imbiss eine hervorragende und preiswerte Mahlzeit einzunehmen, ehe wir uns eine gute Stunde vor Anstoß – diesmal mit der U-Bahn - Richtung Olympiastadion aufmachten:

Ukraine vs Tunesien 1:0 (0:0)

Bereits direkt vor der U-Bahn-Station bot sich uns ein blühender Schwarzmarkt mit Preisen zwischen 100 und 150 Euro. Kupfa hatte dann relativ schnell Glück und konnte einen Typen auf 60 Euro runterhandeln – gekauft und ein Treffpunkt für nach dem Match ausgemacht. Nun versuchte ich mein Glück, scheiterte aber entweder am Preis 100-120 Euro oder auch daran, dass die Tunesier fast nur an Landsleute verkauften. Etwa 20 Minuten vor Anstoß stürmten etwa 10 bis 20 Ordner den Platz vor den Einlässen und der Schwarzmarkt löste sich zwischenzeitlich auf. Als der Schock bei den Händlern verdaut war, wurde kaum mehr Karten für das Match des Tages gehandelt sondern fast nur mehr Karten für das Achtelfinale Argentinien gegen Mexiko gesucht, wobei sich vor allem Briten als „Zwischenhändler“ hervortaten und die Preise jenseits von 300 Euro lagen. Als auch dieser Markt aufgelöst wurde – diesmal von der Polizei, verzog sich auch der letzte Rest der Karteninhaber ins Stadion oder in den angrenzenden Wald und langsam aber sicher fand ich mich – natürlich sauer – damit ab, dass es heute wohl nichts mehr zu erben gäbe. Nach einem Frustbier drehte ich eine halbe Runde ums Stadion und als in der Pause tatsächlich Zuschauer aus dem Stadion kamen, versuchte ich noch mal mein Glück. Nach einigen Fehlanläufen bekam ich eine gebrauchte Karte geschenkt und versuchte mein Glück. Am ersten Einlass wurde ich nach Ausweiskontrolle wegen des falschen Namens (Christoph Sten) am Ticket abgewiesen. Also noch mal eine halbe Runde ums Stadion gelaufen – und beim ersten Einlass ohne Problem rein. Nun stand noch die elektronische „Hürde“ bevor, an der ich wieder zweimal scheiterte. Ich hielt meinen österreichischen Pass hoch, meinet ich wäre schon drin gewesen und hätte beim rausgehen vergessen „auszustempeln“. Nach einigem Hin und Her mit dem Boss des Sicherheitsdienstes setzte ich noch den letzten Rest „Wiener Schmäh“, den ich noch aufbringen konnte, ein und nach einer kurzen Besprechung, bedeutete mir der Ordnerboss, dass ich unter dem Drehkreuz durchdurfte. Ein Fels fiel mir vom Herzen und so fiel mir auch der Sprint hinauf zum Stadion nicht schwer, der mich eine Minute vor Anstoß der zweiten Halbzeit auf den 2. Rang des altehrwürdigen Olympiastadions brachte.
Das Stadion selbst ist baulich sehr beeindruckend und war an diesem Nachmittag mit 72.000 Zuschauern ausverkauft, während bei Spielen der Bundesliga über 76.000 Besucher Platz finden. Um Denkmalschutz und Tradition Rechnung zu tragen, wurde das für die Olympischen Spiele 1936 errichtete Stadion behutsam modernisiert, das typische Marathontor blieb erhalten du auch das Umfeld wurde so modernisiert, dass man sich noch heute gut vorstellen kann, wie es hier wohl vor 70 Jahren ausgesehen hat. Dennoch gelang es den Architekten und Bauherren, ein modernes Stadion mit einer wunderbaren Dachkonstruktion zu schaffen, das allen Ansprüchen genügt, auch wenn die verbliebene Laufbahn bei Fußballspielen störend wirkt.
Im Stadion selbst hatten die ukrainischen Fans ein leichtes Übergewicht unter den beiden teilnehmenden Nationen, das Gros der Besucher kam jedoch eindeutig aus dem Veranstalterland und machte sich zu meinem Missfallen immer wieder lautstark und optisch bemerkbar. Das Match war wohl eines der schlechteren dieser WM. Die Ukrainer gewannen nach einem umstrittenen Elfmeter, den Superstar Andrej Shewtschenko verwandelte, mit eins zu null. Ich vertrieb mir die meiste Zeit in Hälfte zwei mit dem Schreiben einiger SMS und mit einer netten Plauderei mit zwei Fans der Hertha.
Nach dem Match traf ich mich wieder mit Kupfa und nach einem kurzen Erfahrungsaustausch und 2 Dosen Bier von einem fliegenden Händler beschloss man, auf Kommerz und Fanmeile am Abend zu verzichten. Stattdessen verbrachten wir eine coole Zeit in Spandau, in der wir uns einige Kaltgetränke genehmigten und auch die dortige Burg besuchten. Die Entscheidung in der Frankreichgruppe wurde dann im Schanigarten einer Dönerbude mit viel Bier und Dürüm verbracht, ehe wir uns gegen 23.00 Uhr zurück zum Auto aufmachten und den Schlaf der Gerechten schliefen.
































































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