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Trinidad & Tobago - Wales  1:2 (1:1)

  am 27.05.2006, Stadion Liebenau, Österreich, Testspiel, 8.100 Zuschauer  


Liegestuhl, Lost Ground und lascher WM-Test.....

Die Bundesligasaison war beendet und in Graz gab es einen Ground zu machen, der demnächst der Vergangenheit angehören würde. Zu dem noch ein Unterklassematch und einen WM-Testlauf auf heimischem Boden. Was lag also näher als den letzten Samstag im Mai im Auto und auf dem Fußballplatz zu verbringen? Aber der Reihe nach:
Am Vormittag traf ich mich mit zwei weiteren TR (Fichtl und Haucki) sowie dem Xindl-Piloten des KKM. Anschließend ging es gemeinsam in Richtung Steiermark. In der letzten Klasse Reserve Region Mitte gab es zuerst das Match SC Unterpremstätten 1b gegen die 1b des USV Kainbach-Hönigtal. Pünktlich zum Anpfiff machten wir es uns auf der Terrasse des ziemlich modern anmutenden Vereinsheimes im wahrsten Sinne des Wortes bequem. Bier und Schnitzel(semmel) wurden nämlich nicht nur serviert, sondern konnten wahlweise bei Tisch oder auch im Liegestuhl eingenommen werden. Ein – zumindest für mich – neuer und sehr angenehmer Service. Anhand der Spielklasse ist leicht zu erahnen, dass die fußballerische Darbietung mit den gastronomischen Spezialitäten nicht mithalten konnte, aber immerhin gab`s dann doch einige Tore zu sehen und so ging`s nach zwei Stunden Sonnenbaden mit einem 2:5 im Gepäck in die rund 10km entfernte steirische Landeshauptstadt.
Da der Grazer SC (Straßenbahn) seinen Platz im Sommer aufgeben muss, war das nun avisierte Match eine der letzten Möglichkeiten, diesen Ground zu machen. Da man noch etwas Zeit hatte, nutze man diese zum Bierfassen und zum gemütlichen Plausch mit einem der Vereinsverantwortlichen. So erfuhren wir, dass dort, wo jetzt noch gekickt wurde, bald ein Hotel und ein Parkhaus für die benachbarte Messe entstehen würde. Schade, dass man seitens der Städte kaum Wert auf die Tradition legt und der schnöde Mammon auch hier gegen die Werte der vielen Fußballfans siegreich bleiben muss. Immerhin konnte man von der Stadt die Pachtrechte der altehrwürdigen Gruabn erwerben und schlug gleichzeitig das Angebot der Stadt aus, dass man am Stadtrand ein fertiges, neues Stadion bekommen würde. Statt dessen bauen die „Straßenbahner“ nach dem Motto „was man selbst gemacht hat, ist auch mehr wert“ in Eigenregie ein Vereinsheim auf, und ab der kommenden Saison werden in der langjährigen Heimat des SK Sturm die Heimspiele ausgetragen. Der Platz selbst erinnert auch ein wenig an die Gruabn. Auf drei Seiten gibt es Böschungen und Reste von Steinstufen mit Schotter sind erkennbar. Auch eine kleine Stehtribüne aus Holz auf Sechzehnerhöhe ist geblieben, aber man merkt gleich beim Betreten von Platz und Klubheim, dass beides schon bessere Tage gesehen hat. Scheinbar konnte man auch mit dem Einsatz vieler Freiwilliger der zunehmenden „Verwilderung“ nicht entscheidend Einhalt gebieten. Zum Anstoß gesellten wir uns dann zu den „Desperados“, einem jungen, recht motiviert anmutenden Fanclub, mit dem es via Internet früher schon mal losen Kontakt gab. Wir wurden freundlich empfangen und eine gewisse Affinität zu Rapid war klar erkennbar. Einige Worte wurden gewechselt und anschließend wurde seitens der Desperados auch mit etwas Stoff, einer Trommel und mehr oder weniger bekanntem Liedgut supportet. Die, an diesem Abend, 13 Jungs hielten auch für die gesamten 45 Minuten unserer Anwesenheit wacker durch und so erlebten wir zwei Tore und ein gerechtes Halbzeitremis. Nach der Verabschiedung unsererseits ließen wir die Desperados und die rund 50 weiteren Zuschauer zurück und machten uns auf die kurze Reise ins Stadion Liebenau (die Nennung des Sponsors vermeidet der Schreiber dieser Zeilen absichtlich).

Da man nur einige Kassen an der Vorderseite geöffnet hatte, dauerte das Karten kaufen und der Einlass doch ein wenig länger als gedacht und so kamen wir während der Hymnen ins Stadion. Wir kauften Sektor 27 im Eck, da dies auch der geplante Standort für die künftigen Auswärtsspiele sein würde – sozusagen ein Lokalaugenschein. Dafür knöpfte man uns immerhin 11 Euro für die ermäßigte Karte ab. Mit Bier versorgt und im Sektor angekommen hatte manch einer zunächst Orientierungsprobleme, da weder Hautfarbe noch Dressenwahl genaueres zur Identifikation der beiden Mannschaften zuließen. Schließlich wurde das Rätsel „entschlüsselt“: die Mittelamerikaner spielten in rot-schwarz, die Briten in gelb-grün (!).
Auf den Rängen hatte sich das Grazer Publikum teilweise schon penetrant auf die Seite von Trinidad & Tobago geschlagen, bei Ballbesitz wurde getrommelt was das Zeug hielt, bei Chancen der „Heimmannschaft“ wurde es zumindest lauter als sonst, für die Waliser hatte man hingegen scheinbar nichts über. Diese wiederum hatten dafür ihre eigenen Fans von der Insel mitgebracht. Mit einigem Stoff am Zaun verschaffte man sich optische Aufmerksamkeit, zeitweise gab`s von den gut 150 Briten auch ganz nette Gesangseinlagen. Insgesamt war das Stadion etwa zu einem Drittel gefüllt, was die offizielle Zuschauerzahl von 8.100 als etwas zu hoch erscheinen lässt. Das Spiel plätscherte nach einer Abtastphase mehr oder weniger gut dahin, wirklich zwingende Chancen blieben meist Mangelware. In Minute 32 kam T & T zur vielumjubelten Führung durch Stern John, die aber nur 5 Minuten später durch Robert Earnshaw mit dem Ausgleich beantwortet wurde. In der 2. Halbzeit neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend, wobei sich Trinidad noch auf keinen Fall in WM-Form präsentierte. Zu meiner Freude und zum Missfallen der Grazer schoss West-Brom-Stürmer Earnshaw zwei Minuten vor Schluss auch noch den Siegestreffer für Wales, was auch die im eigentlichen Auswärtsblock (Sektor 8) postierten britischen Fans jubeln ließ. Alles in allem aber eine bescheidene Vorstellung beider Teams an diesem lauen Frühsommerabend.
Unmittelbar anschließend ging`s über die Autobahn wieder zurück nach Wien und ein kurzweiliger Nachmittag und Abend mit drei Spielen auf zwei neuen Grounds fand in einer Burger King Filiale in Wien einen netten Ausklang.


















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