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Zakarpattya Uzhgorod - Metalist Kharkiv  2:3 (2:2)

  am 06.05.2006, Stadion Avanhard, Ukraine, Vyscha Liga, 530 Zuschauer  


...Mit dem Nachtzug gings ohne Umsteigen zurück nach Uzhgorod, wo wir nach etwa 12 Stunden gegen Mittag eintrafen – wieder gut geschlafen, nur diesmal anstatt einer hübschen jungen Dame, wie auf dem Weg nach Lemberg, die ukrainische Version von John Rambo mit im Viererabteil. Die Zugchefin hatten wir mit etwas Trinkgeld schnell auf unserer Seite und so verging die Fahrt relativ zügig. Kaum angekommen immer zuerst zum Schalter, um die nächsten Zugkarten zu besorgen. Wir mussten erfahren, dass wir die Tickets nach Budapest erst an der Grenze in Chop bekommen würden und so kauften wir nur die Kurzstrecke für die S-Bahn („Elektrik“). Das Gepäck wurde aufgegeben und befreit von den Rucksäcken gings bei Schmuddelwetter in ein schon am Vortag ausgekundschaftetes Restaurant, das durch nettes Ambiente und eine englischsprachige Speisekarte überzeugen konnte. Nach einem hervorragendem Mahl und einigen Bieren besichtigten wir auch die Burg, in dem das Lokal untergebracht war und das angrenzende Volkskunde-Museumsdorf, in dem wir lohnende Fotomotive vorfanden und auch 4 Brautpaaren binnen 60 Minuten begegneten, die sich alle in der alten nachgebauten Holzkirche den Segen holten. Noch kurz in die Stadt, um den Durst zu stillen und elektronische Nachrichten in die Heimat abzusetzen und dann gings auch schon Richtung Stadion, wo um 18.00 Ortszeit ein Erstligaspiel steigen sollte.

Zakarpattya Uzhhorod vs FK Metalist Kharkiv 2-3 (2-2)

Karten für die Seite wurden erworben, das Stück für 10 Griwna (etwa 1,60 Euro), beim Campingtisch vor dem Eingang wurden noch Bier und Nüsse gekauft und so blieb noch eine gute Stunde für eine weitläufige Runde ums Stadion und ums Trainingsgelände. Wie die meisten Bauwerke des Landes wirkte auch hier alles sehr ambitioniert, einzig und allein am Durchhaltevermögen und an den finanziellen Mitteln schien eine fachgerechte Fertigstellung zu scheitern. Nach der Runde gings rein ins Stadion und während Kupfa seine erste Fotosession abschloss, kümmerte ich mich um die Getränke. Zu meiner Verwunderung gab es hier im Stadioninneren die Literflaschen Bier und zwar in den „Geschmacksrichtungen“ „leicht“, „normal“ und „Bock“. Ich orderte 2 Flaschen „normal“ und bekam freundlicher- weise auch gleich ein Küchenmesser (!) dazu. Man bedeutete mir, ich möge doch den Flaschenhals selbst absägen und das Messer bitte anschließend wieder zurückbringen. Nach dem Abschneiden reichte ich das Messer allerdings bereits an Kupfa weiter und der wiederum an den nächsten wartenden Ukrainer... Ziemlich genau zum Anstoß nahmen wir unsere Plätze auf Höhe der Mittellinie ein.
Das Stadion ist ein All-Seater und bietet gut 8.000 Besuchern Platz. Alle Plätze, bis auf rund 30 in der Mitte der Hauptgeraden, wo eine verwitterte Holz-Plastik-Konstruktion vor Niederschlägen schützt, sind unüberdacht, die Sitze sind blockweise in den Farben der Heimmannschaft (hellblau-gelb) gehalten – auf der Gegengeraden prangt ein großer Schriftzug, der die Region („Zakapattya“) nennt. Das Spielfeld ist wie bei unserem ersten Match in der Ukraine am Vortag leider durch eine Laufbahn von den Tribünen getrennt, hinter einem Tor „thront“ die typische, überdimensionale Anzeigentafel. An diesem Abend hatten sich bei angenehmen Temperaturen nur 530 Zuschauer eingefunden – man kann es ihnen kaum verdenken – die eigene Mannschaft schon fix abgestiegen, der Gegner ein Mittelständler aus mehreren hundert Kilometern Entfernung. Umso überraschender, dass aus Kharkiv auch eine Handvoll Fans ins Stadion gefunden hatte. Sie waren auch die einzigen, die kontinuierlich anfeuerten, teilweise Oberkörper frei, und zwar in der Kurve unter der Anzeigentafel. Die Fans von Uzhgorod, zu erkennen an Schals in den Vereinsfarben, machten es sich in der Mitte der Gegengerade gemütlich, zogen es aber vor, zu schweigen.
Das Match selbst entwickelte sich auf bescheidenem Niveau, aber dennoch recht abwechslungsreich. Die Heimmannschaft ging bereits nach sieben Minuten in Führung, brachte sich jedoch mit einer katastrophalen Aktion in der Abwehr nach einer Viertelstunde selbst um diese. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff gabs die erneute Führung für Uzhgorod, die aber ebenfalls wieder postwendend ausgeglichen wurde. Die Pause nutzten wir für den Rest der Stadionrunde, auf der es außer unglaublich miesen Sanitäranlagen auch eine von Hand zu bedienende Tabelle, die aus einzelnen Holztafeln bestand, zu sehen gab. Hälfte zwei bot ebenso viele Höhepunkte: Der erste war, dass sich die Sprinkleranlage wie von Geisterhand einschaltete und für mehrere Minuten Spielunterbrechung und Amusement auf den Rängen sorgte. Der zweite war der Siegtreffer für die Gäste in der 86. Minute, der die Stimmung bei den wackeren Auswärtsfans noch einmal anheizte und den Rest der Zuschauer zu Aufbruch veranlasste.


Auch für uns gings auf direktem Weg zurück zum Bahnhof, wo wir die sogenannte „Elektrik“ nach Chop nahmen. Es folgte eine unglaublich langsame, klapprige und laute Fahrt in einem fast leeren Zug, der durchgehend nur mit Holzbänken ausgestattet war. Die eigentliche Ernüchterung folgte aber in der Grenzstadt selbst. Zwar bekamen wir anstandslos Karten nach Budapest, aber zu einem, wie wir fanden, ziemlich überzogenen Preis (man war schließlich von den heimischen Preisen verwöhnt). Der Plan, die Zeit bis zum Zug um 5 Uhr früh mit Sightseeing und einer ausgiebigen Beisltour tot zu schlagen, scheiterte daran, dass es kaum etwas zu sehen gab und auch die Lokale relativ bald dicht machten. Mit eilig eingekauften Vorräten (Bier, Zigaretten und Mineralwasser) und den Rucksäcken bauten wir also unser mehr schlechtes als rechtes Nachtlager in einer Ecke der Bahnhofshalle auf und warteten auf die Zollkontrolle um vier Uhr früh. Diese war schnell erledigt und nach einem vom Zoll befohlenen Wagonwechsel (Zigarettenschmuggler, denen wir noch beim Verstauen ihrer Ware zugesehen hatten, wurden hops genommen), schliefen wir tief und fest, bis uns der Schaffner irgendwo in der ungarischen Pampa weckte, um für eine Schulklasse die Beine von den Bänken zu nehmen. Da diese Schüler sichtlich Abstand hielten (immerhin konnten Feuchttücher und Deo nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir mittlerweile den vierten Tag ohne Dusche zubrachten), erledigten wir zumindest die Katzentoilette auf den erstaunlich sauberen WC-Anlagen, ehe wir gegen 09.00 in Budapest-Keleti einliefen. Übliches Prozedere: Gepäck einsperren, Karten für die Weiterfahrt, Stadtplan, Sportzeitung und Bier. Dann gings mit der U-Bahn nach Ujpest und zu Fuß noch gut 30 Minuten bis zum Stadion, wo das dritte und letzte Spiel der Tour anstand...
































































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