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Podillya Khmelnytsky - Krymteplytsia Molodizhne  2:0 (0:0)

  am 05.05.2006, Sportkompleks Podillya, Ukraine, Persha Liga, 3.500 Zuschauer  


Im Osten viel Neues

Schon einige Monate vor den avisierten Matches wurde geplant, endlich den Länderpunkt Ukraine abzuhaken, da die am westlichsten gelegene Mannschaft des Landes heuer mit Sicherheit absteigen würde. Aus einer ursprünglich 6 Mann starken Gruppe, die den Billigflug von Bratislava nach Kosice als erste große Etappe gebucht hatte, blieben aus diversen Gründen schließlich nur Xindl Kupfa und ich über, die sich am Donnerstag gegen 03.30 mit dem PKW auf den Weg machten. Die Anreise verlief mit Auto, Zug, Bus und Taxi im großen und ganzen problemlos und nach 50 Minuten Flug befanden wir uns im Osten der Slowakei. Es bleib noch etwas Zeit für einen kurzen Bummel über den netten Stadtplatz von Kosice und ein Frühstück im Gehen, ehe wir den Bus Richtung Mihalovce nehmen mussten. Ein launiges Mittagessen bei der noch launigeren Wirtin Magda, ein paar Bier und einige doppelte Sliwo später befanden wir uns im Bus nach Uzhgorod. Die Grenzformalitäten waren zwar aufwendig, für uns aber problemlos (die Ukrainer schmuggeln vor allem Wurst und Nudeln von der Slowakei in ihre Heimat – warum auch immer) und so war man gegen 14.00 am zwischenzeitlichen Ziel angekommen. Die kyrillische Schrift und dass niemand am Bahnhof einen Funken English sprach, machten es zwar nicht einfacher, aber nach etwa einer halben Stunde Diskussion gelang es uns, Tickets für den Nachtzug nach L`vov und in weiterer Folge nach Khmel'nyts'kyi zu ergattern, wo am kommenden Tag ein Zweitligaspiel angesetzt war. Nur nebenbei sei erwähnt, dass in der Ukraine 550km im Schlafwagen rund 7 Euro kosten -einen reservierten Platz im Sechserabteil hätten wir für weniger als die Hälfte bekommen - und das für eine Distanz, die etwa der Strecke Wien-Bregenz entspricht. Den Rest des Tages nutzten wir zur Erkundung der Stadt und zum Geldwechsel. Außerdem machten wir den „Lost Ground“ von „Spartak“ und das eigentliche Stadion der Stadt ausfindig, wo wir uns mittels Plakat die Anstoßzeit des Erstligaspiels am Samstag sicherten. Der Hunger wurde in einer netten Pizzeria gestillt und nachdem man sich, wie auch die ganze Zeit tagsüber, mit dem nötigsten (Bier in Literflaschen um je etwa 80 Cent) versorgt hatte, begann das Abenteuer ukrainische Eisenbahn: Für jeden Wagon ist eine eigene Schaffnerin zuständig, die allen Klischees eines weiblichen russischen Panzeroffiziers entspricht. Die Schaffnerin teilt die Plätze zu, zwingt jeden Gast dazu, Bettwäsche zu kaufen (egal wie lange man fährt) und ist die uneingeschränkte Herrin über „ihren“ Wagen. Außerdem ist sie für die „Öffnungszeiten“ des Board-WC´s , das Wecken der Passagiere vorm Haltebahnhof und den Verkauf von Tee und Kaffee zuständig, die im waggoneigenen Holzofen gekocht werden. Müde von der Rennerei des Tages und der Reise insgesamt, gönnte man sich noch einen Liter Gerstensaft, um anschließend den Schlaf der Gerechten im durchaus bequemen Vierer-Schlaf-Abteil zu finden. Am Morgen ein kurzer Zwischenstopp in L´vov (Lemberg), der für Fotos und Nahrungsmitteleinkauf genutzt wurde. Der Anschlusszug (wie alle übrigens für diese Distanzen und Fahrtzeiten erstaunlich pünktlich) brachte uns nach insgesamt 32 Stunden in die Stadt mit wunderschönen Namen Khmel'nyts'kyi, wo wir für den weiten Weg mit dem Länderpunkt entschädigt werden sollten. Sportzeitung und Orientierung waren schnell gefunden, und mehr oder weniger zufällig fand man auch schnell das Stadion, wo die Anstoßzeit mit 17.30 plakatiert war. Stadionrunde, ein Bier zum wach werden und dann eine kleine Runde durchs Zentrum der 250.000-Einwohnerstadt, wo man sogar so etwas wie touristische Aktivitäten ausmachen konnte (Rummelplatz, kleine Einkaufszentren, Wechselstuben, Banken und Restaurants). Die skeptischen Blicke beim Euroumtausch und die Kurstafeln lassen aber darauf schließen, dass die „Gäste“ hier vor allem aus Russland kommen. Ein paar Biere und etwas einheimisches Fastfood später gings endlich zum ersten Match der Tour:

FK Podilya Khmel'nyts'kyi vs FK Krymteplytsja Molodizhne 2-0 (0-0)

Karten waren schnell besorgt und beim Preis (50 Cent) musste ich zweimal nachfragen. Dazu ein Programm um 7 Cent und dann rein zur Rucksackkontrolle: gleich nach Öffnen sah der Bulle, dass ich eine Halbliterflasche Limo dabei hatte und beschied mir, dass ich diese nicht mitnehmen dürfe. Auch egal – ich zeigte noch 2 T-Shirts und einen Pullover – das war genug – ich kam mit Rucksack rein (Deo und Taschenlampe waren wohl egal) – auch Kupfa kam ohne Probleme durch die Kontrolle, nach der mir meine Limoflasche (am Hals 2 mal mit einem Armeemesser eingestochen) wieder ausgehändigt wurde.
Der Ground, der von außen ob seiner Glasfassade bei der Haupttribüne eher wie ein Einkaufszentrum oder eine Großraumdisco wirkt, verfügt innen über 2 Tribünen, die jeweils an der Längsseite angeordnet sind. Die obere Hälfte der Haupttribüne ist durch ein Dach vor Regen geschützt, was uns während eines Gewitters in Hälfte eins zugute kam, die Gegenseite verfügt über kein Dach. Hinter den Toren gibt’s keine Zuschauerplätze, hinter einem Tor aber eine sehr große Anzeigetafel. Insgesamt bietet das Stadion Platz für etwa 10.500 Besucher.
Schnell waren am Oberrang der Haupttribüne Plätze gefunden und nach und nach kamen auch immer mehr Besucher ins Stadion. Da im Inneren Kantinen Mangelware zu sein schienen, hatten die meisten ihre Verpflegung mit dabei. Diese bestand fast ausnahmslos aus den schon erwähnten Literflaschen Bier, bei denen allesamt der Hals abgeschnitten war (!) und aus mehr oder weniger großen Tüten mit Sonnenblumenkernen zum Knabbern. Zum Spielbeginn hatten sich rund 3.500 Leute eingefunden, Support fand aber, mit Ausnahme von gelegentlichem „Raunen“ so gut wie nicht statt. Einige wenige hatten Schals in den blau-gelben Vereinsfarben dabei, auch zwei Fahnen wurden gesichtet, die als Umhang dienten. Das Match, das uns geboten wurde, hatte in etwa die Klasse der zweiten Liga hierzulande und war somit eher schwach. Torchancen gab es auch kaum und wenn, dann wurden diese stümperhaft vergeben. Ein durchziehendes Gewitter war die einzige Abwechselung in Halbzeit eins. In der Pause verschwanden einige hundert (!) Zuschauer aus dem Stadion, um zwischen Minute 50 und 55 mit neuem, halslosem Bier zurückzukehren. Der Bierkonsum bekam so manchem Gast nicht sehr gut, so auch einem Wahnsinnigen hinter uns, der bei jeder Aktion beider Mannschaften (!), egal ob gut oder schlecht, pfiff und schrie, was das Zeug hielt. Wir hatten uns schon mit einem 0-0 abgefunden, da wir keiner dieser beiden Truppen noch ein Tor zutrauten, als wir binnen der letzten 10 Minuten doch noch zwei Tore zu sehen bekamen. Beide fielen für die Heimischen und am Ende kam beim 2-0 sogar noch so was wie kollektiver Jubel auf. Der Länderpunkt war erledigt und die 5 Stunden bis zur Abfahrt des Zuges nutzten wir zum Spaziergang durch die schlecht beleuchtete Stadt, zur Nahrungsaufnahme und zum Proviant (Bier, Wasser und Kekse) fassen.








































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