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SG Wattenscheid - Vfl Osnabrück  3:3 (1:0)

  am 31.03.2006, Lorheide Stadion, Deutschland, Regionalliga Nord, 1.500 Zuschauer  


Nachdem ich mir schon lange vorgenommen hatte, einen ehemaligen Schulkollegen zu besuchen der momentan am Max-Planck Institut in Mülheim studiert, war es Ende März nun soweit. Nachdem Mülheim mitten im Ruhrpott (oder "im Revier" wie es der Deutsche bezeichnet) liegt und dort eines der Ballungszentren von Herz und Seele der deutschen Fussball-Landschaft zu finden ist, war von Begin an klar - das wird in erster Linie ein Hoppingurlaub.
Der erste Ground den mir die Auslosung bescherte, war jener in Wattenscheid. Wattenscheid, tapferer Abstiegskämpfer in der Regionalliga Nord empfing den Mittelständler Osnabrück. Da Wattenscheid nicht unbedingt einer der großen Publikumsmagneten der Liga ist, stellte ich mich schon vorher auf einen gemütlichen und relativ stressfreien Hoppingabend ein, der es dann auch werden sollte.
Dank perfekter Vorbereitung (stadionwelt.de sei dank) war das idyllische Lohrheide-Stadion auch ganz gemütlich 90 Minuten vor Anpfiff gefunden. Abseits des Glamours der modernen Arenen auf Schalke und in Dortmund bietet das Lohrheidestadion noch klassischen, spröden Ruhrpott-Charme. In unmittelbarer Nähe eines gewaltigen Kiesberges (mit dessen Ersteigung zwecks wunderbarem Revier-Überblick, liesen sich schon mal 30 Minuten bis zum Anpfiff überbrücken) einer stillgelegten Zeche und weiteren Zeugnissen deutscher Arbeiterkultur bietet das Lohrheide Stadion noch das Flair alter 70er Jahre Mehrzweckanlagen (wie alt es tatsächlich ist, weiss ich nicht).
Am Weg zum Eingang fällt einem zunächst ins Auge, dass es kein Verkehrschild, keine Infotafel und keinen Stromzählerkasten gibt die nicht mit dem allseits bekannten und beliebten "ACAB" verziert sind. Obwohl diese Parole nicht ungewöhnlich in der Nähe eines Stadions ist, überrascht die extreme Dichte hier dennoch. Trotzdem herrschte rund um das Stadion eine extrem familäre und entspannte Atmosphäre. Ein Ticketverkäufer der mir eine ermässigte Karte spendierte ("Studentenausweis brauchste nicht bei mir. Dat geht aufs Haus") und ein ca. 14 jähriger WSG Knirps der mir ein Programmheft verkaufen und danach wissen wollte ob ich Wattenscheider oder Osnabrücker sei (und extremst beeindruckt ob der Antwort "Nein, ich bin Groundhopper aus Wien" war - "Was, sie kommen extra aus Wien um unser Wattenscheid zu sehen ?"), waren die ersten Begegnungen mit der hiesigen Stadioncrew. Im Stadion selbst waren dann die Osnabrücker in stattlicher Anzahl bereits vor Ort, während der Rest eher gemächlich einsickerte.
Bis zum Anpfiff füllte sich das Stadion dann etwa zu einem 1/3. Ein weiteres Indiz der familiären Stimmung war die Tatsache, dass zu Beginn sowohl die WSG als auch die Osnabrück Hymne gespielt wurde (Stadionsprecher: "Ihr Osnabrücker emfängt uns immer so nett, da wollen wir uns revanchieren und heute Eure Hymne spielen"). Von den Osnabrückern gab es netten Fahneneinsatz (wäre da nicht diese unausprechliche Farbe) und eigentlich durchgehenden Support (trotz einiger leichter Regenschauer die im unüberdachten Gästesektor für ein “feuchtfröhliches” Dasein sorgten). Die zahlenmässig etwas unterlegenen Wattenscheider (immerhin "Ultras") zeigten zu Beginn Doppelhaltereinsatz, leisteten sich im Spiel jedoch einige akustische Pausen. Das Spiel selbst war eigentlich ganz unterhaltsam. Wattenscheid war selbstbewusst ins Spiel gegangen (Osnabrück hatte zuletzt 9 mal in Folge auswärts verloren, da konnte man sich schon berechtigte Hoffnungen auf paar Punkte gegen den Abstieg machen) und schaffte es immerhin eine 2 Tore Führung zu erkämpfen. Gerade in der Phase als die Osnabrücker Fans begannen ob der nahenden 10-ten Auswärtsniederlage "Wir ham die Schnauze voll" anzustimmen, gelang durch zwei Einzelaktionen binnen 3 Minuten der Ausgleich. Wattenscheid gab nicht auf, holte sich postwendend erneut die Führung, musste sich nach einem Elfmeter aber letztendlich mit einem Punkt begnügen. Wer zuhause zweimal eine Führung vergibt, steckt wohl tatsächlich im Abstiegskampf. Eine ausgezeichnete Currywurst und ein kühles Pils in der Halbzeit rundeten einen vielleicht aus Fansicht nicht allzu aufregenden, jedoch sehr gemütlichen und netten Fussballabend ab. Und die liebenswert altmodische Torhymne der schwarz-weissen (“Tor, Tor, Tor für Wattenscheid”) geht mir noch immer nicht aus dem Ohr.


















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