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Astra Ploiesti - Universitatea Craiova  0:3 (0:1)

  am 03.09.2005, Stadion Astra, Rumänien, Divizia B, 2.000 Zuschauer  


Der Zufall und die Einladung guter Freunde zu Ihrer dort stattfindenden Hochzeit hatten mich am ersten Septemberwochenende 2005 nach Ploiesti in Rumänien verschlagen. Natürlich wurde das Internet sofort akribisch nach einer hoppingtechnischen Verbindung durchforstet und wies für Samstag 11.00 (!) ein Match der zweithöchsten Spielklasse aus – ideal! Die beiden Tage davor wurden mit Anreise (17 Stunden Auto), Sightseeing in Bukarest, die Abende und Nächte jeweils mit lukullischen Genüssen und exzessiven Gastronomiebesuchen verbracht. Deshalb gings am Morgen des Matchtages etwas „geschlaucht“ zu einigen Kiosken in der Innenstadt, um mittels Sportzeitung und Stadtplan Spieltermin und Lage des Grounds zu bestätigen. Beides stellte kein Problem dar und so blieb noch Zeit für ein ausgedehntes Frühstück, ehe es mit dem Auto zum rund 3km entfernten Stadion ging.
Dort angekommen blieb die Suche nach Kassen einzig und allein deshalb ohne Erfolg, da es keine gab, weil der Eintritt frei war. Rund 2.000 Leute hatten sich eingefunden. Privater Sicherheitsdienst, Politia und Jandermarie kontrollierten lustlos bis gar nicht ob man Unerlaubtes mitgebracht hätte. Das Stadion fasst 8.000 Besucher, welche auf Sitzschalentribünen auf 3 Seiten des Grounds untergebracht werden können. Etwa die Hälfte der Plätze ist überdacht und die Flutlichtanlage mutet recht modern an. Insgesamt zeigt sich allerdings wenig Homogenität, was darauf schließen lässt, dass die Tribünen(teile) aus unterschiedlichen Bauzeiten stammen. Trotzdem ein netter Ground, der sich vor allem durch die Nähe zum Spielfeld und gute Sicht von allen Plätzen auszeichnet.
Die rund 200 Mann starken heimischen motivierten Supporter waren in der Mitte der Gegengeraden postiert, ohne Zaunbeflaggung, dafür aber mit Trommeln und rund 10 schwarzweiß karierten Fahnen ausgestattet. Anders die Gäste, denen man alleine vom Auftritt her ansah, dass sie mit einem der traditionsreichsten Clubs des Landes auf Reisen gingen: Rund 30 Meter Stoff am Zaun des Oberranges der Haupttribüne, in dessen Ecke sie untergebracht waren, nannten die 150-200 Uni-Fans ihr Eigen. Des weiteren zahlreiche Schals in den hellblauen Clubfarben und 3 große Schwenkfahnen, die immer wieder präsentiert wurden.
Als Intro wurde von den Astrafans fleißig geschwenkt und getrommelt, dazu gab es sekundengenau zum Anstoß massig Papierschnitzel. Die Leute von Unitea, zum Großteil Oberkörper frei, hielten abwechslungsreiches Liedgut und gekonnte Schalparaden dagegen und übernahmen rasch das Kommando auf den Rängen. Außer ein paar Trommel- und Klatscheinlagen hatte der Astrablock wenig bis nichts entgegenzusetzen und das 0-1 nach einer halben Stunde und einem schweren Abwehrfehler tat sein übriges zur stimmgewaltigen Überlegenheit von Craiova.
Zur Pause wurde das WC begutachtet, welches an Grauslichkeit keine Wünsche offen lies. Für „wissende Leser“: „Kazan-Style“. Kantine: Fehlanzeige. Also raus und von außen in den „Stadion-Mini-Markt“, wo kaltes Bier um wohlfeile 20.000 Leu (60 Cent) angeboten wurde. Nach der Ermahnung eines Ordnungshüters, dass in der Stadionstraße Alkohol verboten sei, wurde dieses schneller als geplant seiner Bestimmung zugeführt (ex), wodurch wir beide (der Bulle und ich) wieder zufrieden sein konnten.







In Halbzeit 2 nahm ich zwecks Perspektivenwechsel die Haupttribüne in Augenschein, um dort zu erfahren, dass man für den Oberrang eine „Einladung“ benötigt. Also wurde der Rest der Partie vom Unterrang aus beobachtet. Abgesehen von einigen technischen Gustostückerln war das Niveau eher bescheiden, vergleichbar mit der 2. oder 3. Liga hierzulande. Uni gelang durch einen schönen Freistoß nach etwa einer Stunde das 0-2, was im Gästeblock zu entsprechenden Feierlichkeiten führte. Nach einigen (scheinbar) beleidigenden Gesängen des Awayblocks, die vom Rest der Besucher mit Pfiffen quittiert wurden, kam es zu „einem Hauch“ von Ausschreitungen gegen den Sicherheitsdienst, die aber aufgrund mangelnden Nachdrucks der Fans und nach einem Fairnessaufruf des Platzsprechers rasch ein Ende nahmen. Am Feld trafen die Mannen von Astra noch die Latte, aber nach einem Konterangriff in der Schlussphase, der mit dem 0-3 endete, gab es für den Heimblock nur noch einmal Grund zu Jubel, und zwar als der Platzsprecher den 0-1-Rückstand von Lokalrivalen Petrolul durchgab. Übrigens jener Verein, den Rapid in der erfolgreichen EC-Saison 95/96 auf der Strecke ließ, und der jetzt auch in der 2.Liga dahinvegetiert. Beim Abpfiff war der Astrasektor fast leer, die Uniteafans feierten den Auswärtssieg und ihre Mannschaft lautstark. Vor dem Stadion bleib es erwartungsgemäß ruhig.
Nachdem der Länderpunkt zu Mittag erledigt war, widmeten wir uns wieder dem scheinbaren Zweck unserer Rumänienreise, nämlich der Vernichtung der heimischen Nahrungsmittel- und Alkoholvorräte. Dies gestaltete sich mehr als erfolgreich. Schließlich gab es am Abend, in der Nacht und am Nachmittag des Folgetages (!) noch eine Hochzeit zu feiern. Mit einer relativ anstrengenden Zugfahrt (gut 16 Stunden plus 210 Minuten Verspätung) nach Wien, endete eine sehr eindrucksvolle und ereignisreiche Rumänientour, nach der ich Land und Leute allen nur weiterempfehlen kann. Und nicht nur weil „alles nichts kostet“.




















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