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Brescia Calcio - Sampdoria Genua  0:1 (0:0)

  am 26.02.2005, Stadio Rigamonti, Italien, Serie A, 10.000 Zuschauer  


Nach Abpfiff reiste man wieder knapp 100km Richtung Osten zurück, um nach einem kurzen Stau 10 Minuten vor Anpfiff in einem Hinterhof in der Nähe des Stadions einzuparken.
Während wir uns eiligen Schrittes Richtung Stadion bewegten, wurden wir von einer Kolonne der besonderen Art überholt, die ich bisher nur aus Erzählungen und Büchern kannte: Unter Geleitschutz mehrerer Mannschaftswagen und Motorräder der Staatsmacht wurde eine Gruppe Awayfans in drei orangefarbenen Bussen herangekarrt. Diese verfügten weder über Sitze noch über Fensterscheiben, sondern über gefängnisähnliche Gitter, aus denen jeweils etwa ein Dutzend Fäuste ragten. Die Sirenen der Polizeiautos und die aus den Bussen dringenden Gesänge der Genueser sorgten für einen enormen Lärmpegel. An den Kassen gab es – entgegen anders lautender Informationen - noch genug Karten und man entschied sich für die € 20.- Kategorie, die uns Zugang zum unteren Rang der Haupttribüne ermöglichte. Das Stadion selbst (Fassung gut 27.500) hinterlässt beim ersten Anblick keinen besonders guten Eindruck. Es ist zwar ringsum mit Tribünen ausgestattet und hat auf der Hauptgeraden auch ein Dach, scheint aber aus vielen verschiedenen Bauperioden zu stammen, sodass die einzelnen Tribünen insgesamt wenig Homogenität zulassen. Beide Fangruppen machten bereits mächtig Wirbel – vor allem die Heimischen, die außer über die eigentliche Curva auch noch über eine recht engagierte zweite Gruppe gegenüber verfügte. Aus dieser wurde immer wieder versucht, die angrenzenden Auswärtigen mit Fackeln zu bewerfen. Diese bleiben jedoch in den senkrecht und teilweise auch waagerecht (!) gespannten Netzen vor und über (!) dem Gästeblock hängen. Insgesamt geile Stimmung mit klaren Lautstärkevorteilen für die Gruppen aus Brescia. Dies sollte sich bis zu Ende des Spiels auch nicht mehr groß ändern. Zu Beginn zeigte man auf beiden Seiten viel Stoff und ein wenig Pyro – vor allem die Fahnenschwenker von Samp verdienen Respekt: Etwa 10 große Fahnen im typischen blau-weiß-schwarzen Streifendesign wurden vor und während des Spiels ständig bewegt, auch in der Pause. Das Match selbst war insgesamt eher schwach – viele Fehlpässe im Mittelfeld und gut organisierte Abwehrreihen ließen auf beiden Seiten kaum Torchancen zu. Mit 0:0 gabs den geradezu logischen Pausenstand, die Kantine hatte (leider) nur Alkoholfreies zu bieten. Das Intro für Halbzeit 2 bot auf beiden Seiten gute Fotomotive, da einiges an Bengalen in Rauch aufging. Weiterhin war auf den Rängen Brescia tonangebend, das immer hoch gelobte Samp enttäuschte akustisch weitgehend – unterbrochen von einigen kurzen schreiartigen Gesängen. Richtig laut wurde es im Auswärtssektor erst, als man nach einem schweren Patzer des Bresciatormanns in Führung ging. Nun wurde die Partie besser – Brescia kämpfte um den Ausgleich, für Genua gabs mehr Platz und einige gute Konterchancen. Als man unsererseits schon mit dem baldigen Schlusspfiff rechnete, gingen plötzlich alle Lichter im Stadion aus. Ein kurzer Aufschrei – dann kurz Totenstille und dann gings auf beiden Seiten wieder lauter denn je mit Fangesängen und Bengalenfeuer weiter. Kurzfristig wurde das Rigamonti in das satte Rot der Bengalen getaucht. Nachdem diese verglüht waren, gabs außer ein paar Neonröhren und der Anzeigentafel für gut 20 Minuten keine Lichtquellen im Stadion. Bei teilweise wieder angehenden Lampen wurden dann noch 3 Minuten nachgespielt. Draußen wartete man seitens der Cops mit einigen Mannschaftswagen und einem Wasserwerfer auf die Fans von Samp, ließ die heimischen Lads aber unbehelligt mit Stöcken, Ästen und ähnlichem am Parkplatz aufmarschieren. Am Weg zum Auto sahen wir noch ein paar motivierte Gruppen, die sich vorsichtshalber schon mal ihrer Gürtel entledigten – insgesamt gut 200 Leute, die einer dritten Halbzeit nicht abgeneigt schienen. Allzu lange dürfte es dann doch nicht gedauert haben, denn auf der Suche nach einer billigen Herberge kamen uns dann auch schon wieder die bekannten Busse (diesmal schon 8, einige davon sogar (!) mit Fensterscheiben entgegen)...
Nach etwa einer halben Stunde wurde man schließlich fündig und genehmigte sich 2 Doppelzimmer im 2-Sterne-„Hotel“ in Bahnhofsnähe um 21 Euro pro Mann. Auch eine Pizzeria wurde nach kurzem „Irrlauf“ aufgetan, wo man bei Pizza, Bier, Wein, Campari, Grappa und Kaffee noch mal die Ereignisse des Tages Revue passieren ließ und sich außer an der hübschen Bedienung auch der im TV gezeigten Niederlage Reals gegen La Coruna erfreute. Noch ein letzter Absacker in einer kleinen Bar für in der Nähe, aber um spätestens 02:00 fanden alle zur wohlverdienten, aber kurzen Nachruhe.














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