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1. HFK Olomouc - 1. FC Slovacko B  2:0 (2:0)

  am 12.09.2004, FK Holice, Tschechien, Moravsko-Slezka Fotbalova Liga, 250 Zuschauer  


Mir ist bewußt, daß vielen Lesern der tschechische Fußball nicht besonders bekannt ist, nimmt man die Ausnahmen Sparta Prag und das tschechische Nationalteam weg. Deshalb möchte ich zuerst kurz auf das Ligengefüge des tschechischen Fußballs zu schreiben kommen.
Die erste Liga (Gambrinus Liga) umfaßt 16 Mannschaften, aus der zwei Mannschaften am Ende der Saison in die landesweite 2. Liga (Druhá Liga) absteigen müssen. Die dritte Liga, vergleichbar mit der österreichischen Regionalliga, ist zweigeteilt. Den westlichen Teil Tschechiens (Böhmen) deckt die ÈFL (Èeská Fotbalová Liga, Tschechische Fussballliga, 18 Teams) ab, den östlichen Teil des Landes (Mähren und Schlesien) die MSFL (Moravsko – Slezká Fotbalová Liga, Mährisch – Schlesische Liga, 16 Teams). Der jeweilige Meister steigt in die zweite Liga auf.
Eine weitere Ausführung (Gefüge unter der 3. Liga) würde an dieser Stelle zu weit gehen.

Am Sonntag fuhr ich zeitig in der Früh nach Olmütz um noch die Möglichkeit zu haben ein wenig Sightseeing in der 100.000 Einwohner Stadt im Osten Tschechiens zu machen. Nach zweieinhalb Stunden Fahrt kam ich an meinem Reiseziel an. Die erste Station war ein Kurzbesuch bei meiner Familie – Mittagessen inklusive. Gestärkt ging es dann in die Stadt zum Billig-Shoppen. Danach fuhr ich zum Andrùv Stadion, in dem Sigma Olomouc (Erstliga – Vertreter des Olmützer Fussballs) sein zu Hause hat. Da ich dort bereits ein Spiel gesehen hatte, war es eine Leichtigkeit dorthin zu gelangen. Ziel war es billige Fanartikel zu ergattern. Für ein T – Shirt, einen Schal und einen großen Wimpel zahlte ich schlappe 22€.

Danach ging es nach „Holice“, ein Stadtteil von Olmütz, in dem HFK (Holice Fotbal Klub – wer hätte das gedacht) seine Spiele austrägt. Der ungeschlagene Tabellenführer empfing heute die Reservemannschaft des 1.FC Slovácko, der dieses Jahr durch eine Fusion zwischen den Vereinen Staré Mìsto und Uherské Hradištì entstanden ist. Der Verein hieß letztes Jahr noch 1. FC Synot. Die Gäste reisen nach einer bisher durchwachsenen Saison als Tabellen – Elfter nach Olmütz und gelten somit als Außenseiter. So viel zur Ausgangssituation.

Das Stadion von HFK kannte ich bereits von diversen Photos im Internet und empfand es eher als einen typischen Regionalliga – Ground. Eine kleine Tribüne und sonst nichts. Für 30 Kronen (= 1 Euro) kaufte ich mir eine Karte und betrat das „Areal“. Ich war überrascht als ich das Stadion in „natura“ sah. Zwei sehr kleine aber schöne Haupttribünen, die in gelb – grün gehalten sind (warum auch immer, denn die Vereinsfarben von HFK sind schwarz –weiß), lachten mich an. Ich erfuhr, daß eine der beiden Tribünen erst letztes Jahr erbaut wurde. Schwer zu sagen wie viele Zuschauer dort wirklich Platz haben. 3.000 – 4.000 werden es wohl sein. Eine völlig ausreichende Kapazität für diesen Verein. Ein kleines Schmankerl gab es für die Zuschauer ebenfalls. Für österreichische Verhältnisse untypisch, für tschechische Gang und Gebe: Die Kantine verkaufte gegrillte Makrelen. Nachdem ich das in einem Stadion noch nie gesehen hatte, mußte ich mir gleich einen Fisch für 40 Kronen kaufen. Im Vorfeld kam es zu einigen Turbulenzen, so daß ich erst ab der 20. Spielminute im Stadion drin war und damit das 1:0, das Ergebnis wird auf einer kleinen elektrischen Anzeigetafel präsentiert, für die Heimmannschaft verpaßte. Ich nahm auf einer Tribüne Platz und verfolgte das selbst für diese Liga mäßige Spiel, das HFK Olomouc nach Belieben dominierte und mit dem nassen Boden – es regnete den ganzen Nachmittag – besser zurecht kam, als die B – Mannschaft des 1.FC Slovácko. Kurz vor der Pause konnte der Tabellenführer noch auf 2:0 erhöhen und somit mit einem beruhigenden Vorsprung in Kabinen gehen. Die zweite Halbzeit bot ein unverändertes Bild: HFK wollte nicht mehr, und Slovácko konnte nicht mehr. Supportende Fans wurden an diesem Tag weder auf Heim – noch Auswärtsseite gesichtet. So blieb es – es gab keine nennenswerte Chance mehr – beim völlig verdienten 2:0 der Gastgeber, die damit weiterhin ungeschlagen die Tabellenführung verteidigten. Wenn sie so weitermachen könnte es mit dem direkten Wiederaufstieg durchaus klappen, nachdem sie letztes Jahr unglücklich (ein Punkt fehlte schlußendlich auf das rettende Ufer) absteigen mußten. So kann man sich vielleicht nächstes Jahr bereits wieder Derbys mit der Reservemannschaft von Sigma Olomouc anschauen.
Nach dem Spiel photographierte ich schnell den Ground ab, und dann ging es in das nächstgelegene Beisl um sich für 17 Kronen je Bier zu betrinken. Man kommt ins Lokal, zeigt vier Finger in die Höhe und schon steht das Bier auf dem Tisch. Eben so ein Bierland wie Österreich. Bißchen verkatert ging es dann am nächsten Nachmittag zurück nach Österreich und mir war klar, daß mich Tschechien nicht zum letzten Mal gesehen hat.

Nazdar












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