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Granada CF - Real Betis Balompié  2:2 (1:0) 4:5n.E.

  am 08.09.2010, Estadio Nuevo Los Cármenes, Spanien, Copa Del Rey, 12.000 Zuschauer  


Die weitere Reiseroute führte uns nach Sevilla, wo unter der Woche verständlicherweise kein Spiel am Programm stand. Daher blieb es in der für mich wohl „spanischsten“ Stadt, in der ich bisher war, lediglich beim Groundspotting. Sowohl das Stadion des FC Sevilla als auch jenes von Real Betis Balompié schreien nach einem Wiedersehen. Aller Voraussicht nach gibt’s in den nächsten Jahren ohnehin wieder Sevilla-Derbys in der Primera Divison und irgendwann sieht uns diese wunderbare Stadt erneut! Mit den Grün-weißen von Betis sollten wir ein paar Tage später ohnehin wieder zu tun haben, den im Laufe unserer Reise erfuhren wir in Tarifa von der Auslosung der nächsten Cup-Runde. Kurzer Hand adaptierten wir unsere Pläne etwas und der kleine Mietwagen startete bereits Mittwoch abends von Gibraltar nach Granada.
Der Tag am Affenfelsen des großbritanischen Staatsgebiet war absolut stressfrei. Dementsprechend entspannt- brachen wir etwas verspätet auf in Richtung Norden. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto klarer wurde, dass es ziemlich knapp werden würde mit der bevorstehenden Partie. Zehn Minuten vor Anpfiff erblickten wir erstmals das Flutlicht von Estadio Los Cármens. Leider waren die lieben Spanier wie immer etwas spät dran und wir waren bei weiten nicht die einzigen, die sich erst wenige Minuten vor Beginn des Spiels um Karten bemühten. Die billigsten Plätze waren natürlich bereits vergeben, somit schauten wir mal drein wie die Affen die wir am Nachmittag in Gibraltar sahen und löhnten 40 Euro für diese Cup-Begegnung zweier Zweitligisten, und damit den bisher höchsten Preis. Als wir dann mitbekamen, dass die Beticos hinter uns noch Karten um 30 Euro bekamen, tauschten wir unsere kurzer Hand um und folgten der Familie in grün-weiß zum Auswärtssektor. Und wo wird dieser wohl sein? Richtig – genau auf der gegenüberliegenden Seite des Stadions. Die ersten Spielzüge fanden daher bereits ohne uns statt. Das Awayeck war als solches so gut wie nicht erkennbar. Einzig vier schläfrige Polizisten zeugten von erhöhten Sicherheitsaufkommen für den Gastanhang.
Als die cirka 300 Betis-Supporter in die Gesänge des Heimpublikums einstimmten, dachten wir erstmal das diese schlichtweg ein bisschen „deppat“ wären. Auf Anfrage wurde jedoch erklärt, dass sie irgendwie „amigos“ wären. Wie, was und warum wusste aber auch keiner der Anwesenden so richtig, allerdings handelte es sich bei den Mitgereisten auch nicht gerade um den harten Kern der „Supporters Gol Sur“. Vielmehr waren die meisten von ihnen wohl eher Betis Fans aus der Gegend, die ihren Lieblingsklub „zuhause“ auswärts sahen.
Der Favorit geriet an diesem Abend relativ schnell in einen 2:0 Rückstand. Das Heimpublikum feierte bereits den nahenden Aufstieg gegen den übermächtigen Gegner. Die Partie entwickelten sich allerdings zunehmend zu einem richtigen kampfbetonten Cup-Schlager. Beide Teams hatten im Laufe der zweiten Halbzeit einen Ausschluss nach einer gelb-roten Karte zu beklagen. Der Großklub aus Sevilla kämpfte sich mit dem späten Ausgleich gerade noch in die Verlängerung, in welcher sich die Jungs aus Granada rein aufs Verteidigen beschränkten, um sich irgendwie ins Elferschießen zu retten. In diesem war für die Roten aus Granada jedoch nichts mehr zu holen und Real Betis Balompie verabschiedete sich in die vierte Runde.
Nachdem wir eingangs ein paar Minuten versäumten, sollten wir also erneut ein spanisches Stadion erst um Mitternacht verlassen. Die Partie war an Spannung, nicht mehr zu überbieten, daher störte uns auch das nicht weiter. Spielerisch konnte diese Begegnung zwar nicht wirklich mit dem gesehenen Erstligafußball mithalten, es hatte allerdings viele andere Dinge zu bieten, die diesen Sport ausmachen.
Neben den wunderschönen Sachen die dieses Land abseits der Stadien so reizvoll machen, kann ich es auch in Sachen Fußball mehr als empfehlen. Man findet viele beeindruckende Stadien, in denen schön anzusehender Offensivfußball gespielt wird. Auch die Stimmung war bei allen drei von uns gesehenen Spielen sehr fein. Zwar sind die Kurven, bis auf manche Ausnahmen, nicht wirklich besonders (und oft auch stark politisch geprägt), die gesamte Stadionatmosphäre war bei den besuchten Partien ausnahmslos eine besonders Gute und für Spanien Typische. Adiós!














































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