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Atletico de Madrid - Sporting Gijon  4:0 (2:0)

  am 30.08.2010, Vicente Calderón, Spanien, Primera Division, 49.320 Zuschauer  


Ohne große Erwartungen hatten wir unseren Flugtermin in die Hauptstadt an einem Montag gewählt, um zumindest eine Erstligapartie während unseres Aufenthalts in Barcelona zu garantieren. Dass es die stets kurzfristig fixierten Ansetzungen allerdings so gut mit uns meinen sollten, haben wir nicht erwartet. Leider machte es uns dann die iberische Fluglinie noch einmal spannend, da sich die Abflugszeit immer weiter nach hinten verschob. Das jemanden ein 22Uhr Fußballtermin noch immer zu früh erscheint, kommt sicher auch nicht oft vor. In unserem Fall wurde es aber dennoch mehr als knapp. Beim Estadio Vicente Calderón handelt es sich - anders als tags zuvor - um ein Stadion mitten in der Stadt, was unsere Reise vom Flughafen ins Zentrum als nie enden wollend erscheinen lies. Die Tickets für diese Begegnung konnten problemlos am Schalter erworben werden und so nahmen wir pünktlich zum Anpfiff im Stadion des frisch gebackenen Supercupsiegers Platz.
Durch die vorhergehende Hetzjagd konnten wir die ersten Eindrücke noch nicht richtig einordnen. Als jedoch unser Puls wieder langsam sank und sich unser Gemütszustand wieder normalisierte, begannen wir die Stadionatmosphäre richtig zu genießen. Ein wirklich geiles Fußballstadion (welches leider schon bald Geschichte ist und durch das für die Olympiabewerbung geplante totalerneuerte und umgebaute „Peineta“ am Rande der Stadt ersetzt wird). Da wir absolut nicht damit gerechnet hatten, an diesem Abend in einem so gut wie ausverkauften Stadion zu sitzen, waren wir regelrecht begeistert, von dem was uns hier geboten wurde. Die von Beginn weg groß aufspielende madrilenische Mannschaft wurde von einer gut aufgelegten Kurve angetrieben, die es immer wieder vermochte, das gesamte Stadionpublikum mitzureißen. Zwar hörten wir bereits davon, dass Atlético eine der positiven Ausnahmen Spaniens in Sachen Stimmung sein sollte, aber das was wir heute miterleben durften, war ein nahezu perfekter Fußballabend. Natürlich trug die Heimmannschaft einen großen Anteil dazu bei, denn die Art und Weise wie der Ball hier behandelt wurde, machte einfach einen Riesenspaß beim Zusehen. Ein technisch perfekter Offensivfußball der einem zeigte, warum dieses Team amtierender UEFA-Cup und Super-Cup Sieger ist. Sporting Gijon sah bei den temporeichen Angriffen der A-leti wie eine hilflose Amateurmannschaft aus.
Auf den Rängen dieses eingesessenen Stadions wurde unterdessen immer wieder im gesamten Stadion in die Gesänge der Kurve eingestimmt. Man hüpfte, sprang, schrie und ließ die Schals durch die Luft fliegen als würde es sich um ein Finale handeln. Auch ansonsten herrschte eine überaus angenehme Stimmung. Ordner und Polizei konnten nur vereinzelt gesichtet werden und jeder tat das wozu er Lust hatte. Man saß auf den Treppen, wechselte nach Belieben die Plätze und machte es sich gemütlich so wie man es gerne hatte. Sicherheitskontrollen gab es keine Wahrnehmbaren und es störte auch niemanden, wenn man sich mit mitgebrachten Speis und Trank aller Art versorgt.
In der Halbzeitpause zeigte sich das noch einmal, indem so gut wie jeder seine Bocadillas aus der Alufolie holte und alle um uns ihr Abendessen verspeisten. Man merkte, wie sehr dieses Spiel hier noch Volkssport ist. Ich möchte nicht behaupten, dass Geld im spanischen Fußball nicht der wichtigste und abnormalste Faktor im Fußball ist. Auch der Eintrittspreis für ein einzelnes Spiel ist viel zu überteuert und für ein Spiel des ganzen Volks sicherlich nicht angemessen. Dennoch ist das Publikum auf der Tribüne so unterschiedlich, wie es nur sein kann. Man sieht Menschen aus allen erdenklichen Bevölkerungsschichten und jeden Alters.
Alles beschränkt sich aufs Wesentliche. Auf den Fußball am Feld. Keine überdimensionalen Werbeflächen über die ganze Tribüne, keine Sektorenabgrenzung, keinen Käfig um den Auswärtssektor, keine Dauerbeschallung vom Stadionsprecher, keine unlustigen Pausenspiele, keine Tormusik, kein SMS Voting,... einfach nur Fußball. Richtig angenehm und eigentlich bedenklich, wenn einem das als etwas Besonderes und Ungewöhnliches auffällt.
Gestärkt und erholt starten alle Beteiligten etwas gemächlich in die zweite Spielhälfte. Die Freude am Spiel war jedoch ungebrochen und nach kurzen Startschwierigkeiten ging es fulminant weiter.
Aus den unzähligen heraus gespielten Chancen sollte letztendlich vier mal genetzt werden. Gijon konnte nicht wirklich etwas dagegenhalten, aber wer soll für dieses Team schon ein Tor schießen, wenn Mate Bilic die Fußballschuhe (noch) mit den Badeschlapfen getauscht hat?
Kurz nach Mitternacht verstummten die Gesänge und wir verließen gemeinsam mit rund 50.000 anderen dieses traumhafte Fußballstadion, um sich etwas erschöpft ins Hotel zu begeben. Von der Oma bis zum Kleinkind wanderte jeder glücklich und relaxt heimwärts, wodurch die umliegenden Gassen und der gesamten Stadtteil am mittlerweile angebrochenen Dienstagmorgen in eine Fiesta verwandelt wurde.
Ein Abend, an dem man sich in den spanischen Fußball verlieben kann...




















































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