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Zakarpattya Uzhgorod - FK Metalurg Zaporizhzya  0:1 (0:0)

  am 25.04.2010, Stadion Avanhard, Ukraine, Vyscha Liga, 900 Zuschauer  


Man wählte nicht den direkten Weg von Rumänien in die Ukraine aus diversen Gründen, aber erst hieß es wieder mal einige Kilometer hinter sich zu bringen für die Rück- und Weiterfahrt nach Ungarn. Wir hatten vor mittels Eisenbahn über die ungarische Verbindung Zahony – Chop in die Ukraine einzureisen. Dies sollte aufgrund der zwar visafreien, aber doch aufwendigeren Einreise- und Ausreiseformalitäten (besonders auch per PKW) uns als die sinnvollste Variante erscheinen. Aus anderen Erfahrungsberichten hatte man schon mehrmals gehört, dass ein PKW Grenzübertritt in beide Richtungen schon mal Stunden in Anspruch nehmen kann. Muss natürlich nicht, aber kann – und von daher entschied man sich aufgrund der Rumänien/Ungarn Anreise eben für diese Bahnverbindung und ließ das Auto die paar Stunden über Tag am Bahnhofparkplatz von Zahony stehen. Aber erstmal hieß es dorthin kommen. Wieder hieß es die rumänische Europastrasse 1 zurückzukurven. Nach erfolgtem auftanken war man überrascht das der rumänische Grenzposten in dieser Samstagnacht erstmal gar nicht besetzt war. Kein einziger Beamter interessierte sich für unsere Ausreise, anders natürlich wieder die Ungarn. Hieß es ja wieder rein in den Schengenraum. Diesmal waren noch mehr Beamte als am Tag vor Ort, also fürchtete man bereits Schlimmeres, war man ja auch noch das so eigentlich einzige Auto das so gegen 3:00 Uhr früh hier vorbeikam. Aber nach Pass- und Gesichtskontrolle, war man mit einer einfachen Kofferraumöffnung auch dabei. Die Ungarn hatten genug gesehen und ließen uns passieren. Ein Mitfahrer stieg dann eine Stunde später in Debrecen aus um mit dem Zug weiterzureisen. Der Bahnhof war dort nächtens in Zigeunerhand, daher legten wir unseren Weg recht zügig weiter nach Zahony fort. Irgendwann zwischen 4:00 und 5:00 Uhr früh nach gut 24 Stunden ohne Schlaf setzten dann die ersten Halluzinationen beim Fahren ein und erst ein weiterer kurzfristiger Fahrerwechsel für die letzten Kilometer zur Grenze brachten dann den Erfolg. Rechtzeitig zum Tagesanbruch war man am Bahnhof so gegen 5:30 morgens. Der erste Zug nach Chop fuhr dann erst gegen 7:00, es war eh auch der einzige an diesem Vormittag. Für knapp 1000 Forint erwarb man ein Hin- und Rückfahrticket (all inklusive – dachte man zumindest) in die Ukraine. Beim Einsteigen stellte man auch fest, dass wir drei sogar die einzigen Fahrgäste dieser heutigen Früh-Verbindung waren. Umso mehr Zeit hatten wir und die Grenzbeamten der Ukraine dann in Chop für unsere Einreise. Zettel ausfüllen war angesagt. Persönliche Daten, Reisegrund, Aufenthaltsort (und das bitte auf die Adresse genau *kopfschüttel*), persönliche Befragung, Gepäckskontrollen - jo, immer noch ein kleines Abenteuer halt. Die Uhr wieder eine Stunde nach vor und dann war man in Chop angekommen. Das eigentliche Ziel Uzghorod lag ja auch nur knapp 20 Kilometer dahinter, Züge wurden uns in absehbarer Zeit keine angeboten da die Hauptstrecke nach Lemberg eher an Uzghorod vorbeigeht und direkt nach Norden abzweigt. Marutschka war auch (noch) keine vor Ort und Überlandbusse waren auch nicht da im Moment. Daher nahm man das „Privat“- Schwarzfahrtaxiangebot zum „günstigen“ Pauschalpreis an und ließ sich direkt ohne Umschweife nach Uzghorod kutschieren. Im Nachhinein betrachtet war es zwar fünfmal mal so teuer wie die Rückbus-Marutschka am Nachmittag, aber die 8 Euro Gesamtkosten konnte man gerade noch Verschmerzen ;-) – Um eben nicht zuviel Zeit zu verlieren. Das Meisterschaftsspiel sollte ja bereits um 13:00 Uhr TV-Zeit angepfiffen werden. Also blieben bis dahin nur knapp 5 Stunden Zeit um sich um Kultur, Land und Leute und besonders dessen weibliche Optik zu Gemüte zu führen. Auch hier hatte man ja bereits einige Vorerfahrungen gehört und gesehen. Aber vor Ort ist es dann ja immer anders und eben „echt“. Aber alles gab her was es versprach: Kultur, Frauen und auch Vita… (alles eben saubillig – Einkäufe, Essen, Leben allgemein für uns halt). Die Armut der einzelnen Schicksale teilweise natürlich auch immer greifbar, aber im Grossen und Ganzen präsentierte sich Uzghorod an diesem Sonntag von seiner besten und sonnigen Seite wie ich meine. Kulinarik, Kultur, Sport – alles konnte in die knappe Zeit reingepackt werden. Und die Frauen natürlich auch großteils das was man von den Bildern kennt. Ist man mal drin in der Ukraine kann man’s sicher dort aushalten einige Zeit lang, wenn man sie hat. Finanziell ist’s kein Problem, das hält man dort spielend aus (Preisnivau ganz niedrig). Nach erfolgtem Mittagessen und Stadtrundgang spazierte man den Fluss entlang Richtung Stadion. Dort tat sich kurz vor Anpfiff zwar etwas, aber richtig großer Andrang war nicht gegeben. Der örtliche Klub Zakarpattya spielte wiedermal nach erfolgtem Aufstieg gegen den unmittelbaren Abstieg. Und so geht das immer dahin mit diesem Verein, rauf – runter – rauf, usw.. das Bochum der Ukraine sozusagen. Und wenn nicht gerade Dinamo Kiew oder Lemberg kommt sind die Spiele eher spärlich besucht. Die Distanzen ja auch in der Ukraine ein Wahnsinn. Nach Kiew sind’s ja über 800 Kilometer von hier aus und das liegt ja noch relativ zentral. Dahinter geht’s ja noch Hunderte von Kilometer weiter in jede Richtung. Zaporizhzya hatte ja auch eine 22 Stunden Anfahrt hinter sich (zumindest die knapp 50 mitgekommenen Fans wie sie uns berichteten) mit dem Bus über sicher recht schlechte Strassen. Ein Wahnsinn eigentlich wenn man den ganzen Aufwand die vorhandenen Mitteln der Ukraine gegenüberstellt. Knapp unter 1000 Zuseher gaben sich dann diesen Kick heute, davon 100 Heimische Supportinteressierte. Der Rest verteilte sich im unüberdachten Rund. Das Wetter heute ein Traum, Sommer pur. Dementsprechend lau auch der Kick. Knapp nach der Pause erzielten die Gäste den Treffer zum 0:1, bei dem Ergebnis es auch blieb. Uzghorod verspielte 3 Runden vor dem Ende damit so ziemlich die letzte Chance auf den Klassenerhalt, und somit geht’s wieder runter in Liga 2 so nicht noch ein Wunder passiert. Die Metalurgisten hatten was zum jubeln auf der 22 Stunden Rückfahrt und werden sicher auch einen drauf heben. Für uns hingegen hieß es jetzt halt wieder langsam raus aus der Ukraine. Der Gang zum Bahnhof verschaffte noch mal schön Bewegung ehe man die Abfahrtszeit der nächsten Marutschka nach Chop checkte. 16:00 los mit 40 Minuten Fahrtzeit war da die Info, der ganze Spaß um 5 Griwna pro Nase (50 Cent). Dies reichte uns locker da der Rückzug am Abend um 17:45 losfahren sollte, also gut eine Stunde Zeit. Daher noch kurz einkaufen und dann mittels Sardinen-Minibus nach Chop. Ich dachte ja die Buslegende mit 24 Sitzern + 39 Stehern (!) ist ja ein Scherz oder Druckfehler. Aber die Ukrainer belehrten mich da eines Besseren. Unglaublich wie viele Leute da noch reinpassten und geschachtelt wurden, muss man mal gesehen haben! Trotzdem gelangte man halbwegs pünktlich nach Chop zum Bahnhof. Dort lernten wir eine deutsch-schweizerische Ukrainerin kennen die hier auf Gäste wartete. Man kam so ins Plaudern, und eher zufällig erfuhr man dadurch, dass auf unsere in Ungarn gekauften Hin- und Rückfahrkarten eine Ukraine – „Registrierungsgebühr“ für die Gültigkeit anfiel. Sprich noch mal 7 Griwna pro Nase weg, zur reinen Abzocke für den Reiseaufwand nehme ich mal an – damit auch die Ukraine was davon hat wenn man in Ungarn solche Tickets kauft. Zurück war der Zug dann voller mit gut 30 Passagieren mit diversem Gepäck. Wieder die üblich nervigen Ausreiseformalitäten hinter sich gebracht neigte sich dann der Länderpunkt dem Ende zu. Die letzte Ungarn Grenz- und Zollkontrollen und das war’s dann mit dem Papierkram und man war wieder in Zahony beim Auto. Lediglich knapp 550 Kilometer lagen jetzt noch vor unseren Duschen und Betten, die man schon recht ersehnte. Gott sei Dank davon nur 70 noch auf der Landstrasse (+Budapestdurchquerung), aber das war dann eher der einfachste Teil aller Autoteilstrecken. Gegen 23:00 Uhr war dann spätestens jeder zu Hause und das war gut so. Ein anstrengendes, aber leiwandes Wochenende ging zu Ende (und was hast du gemacht? – ach ja, ich war in samstags Rumänien und sonntags in der Ukraine – oftmals erntet man da nur mehr Unverständnis welches man mit einem Lächeln dann abfängt). Aber jedes Mal macht man ja so was eh auch nicht. Erfreulich das alles soweit geklappt hat und es keine großen Pannen gab. 2 Länderpunkte entschädigen für die Strapazen und ein weiterer Ukrainetrip nach Lemberg z.b. ist natürlich auch ins Auge gefasst, ehe ja 2012 die EM in die Ukraine (wenn alles fertig wird, oder werden sollte) kommt.



























































































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