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Sydney FC - Wellington Phoenix  2:0 (0:0)

  am 30.08.2009, Sydney Football Stadium, Australien, A-League, 11.800 Zuschauer  


Eine der spannendsten Zeiten unserer Rapid stand bevor: Der SCR trat an, um über Europa hinwegzufegen. Während der Block West in Birmingham unsere Elf zum Aufstieg peitschte, stand ich mit meiner Freundin im heimischen Wohnzimmer und versuchte, den Rucksack für die bevorstehende Reise zu packen. Das ohnehin schon gestresste Nervenkostüm war kurz vorm Zusammenbruch, als uns Nikica Jelavic endlich von unserem Leiden erlöste. Einerseits riesengroße Freude, anderseits ein sehr bitterer Moment, als man die Freunde auf der Insel feiern sah.
Um 05:00 Uhr morgens beim Einchecken in Schwechat konnte man den kurz davor verschwundenen Rapidtross wahrlich noch spüren beziehungsweise auch an einigen Reviermarkierungen sehen. Irgendwie wussten wir, dass wir in nächster Zeit viele wunderbare Momente verpassen würden. Es stand allerdings unsere bisher weiteste, längste und schönste Reise bevor, welche all unsere Erwartungen erfüllen sollte. Man kam an vielen wunderbaren Plätzen vorbei. Millionenmetropolen wie das malerisch schöne Sydney oder das moderne, sportliche Melbourne einerseits, die unglaublichen Weiten dieses Landes anderseits. Hunderte Kilometer „nichts“ - unterbrochen durch Naturschönheiten, bei welchen der Atem stockt. Viele Möglichkeiten, wo man die Stille und die Faszination, die dieses Land versprüht, genießen konnte. Ohne Zwang und Regeln, einfach tun und lassen was man möchte!
Trotzdem waren wir im Herzen stets Wien und dem Stolz dieser Stadt sehr nahe. In der Nacht des ersten Spiels der Gruppenphase raubte uns eben dieses wieder mal den Schlaf. Eine kurze Nachricht mit "1:0 Nr.11" ließ uns erstmals die Fäuste in den Himmel von Queensland strecken. SMS mit Inhalten wie, "Hey was geht ab, wir schießen Hamburg ab" oder "Geniales Spiel" sollten folgen. Das ganze gipfelte dann mit einem nächtlichen und feuchtfröhlichen "Danke für diesen Verein! Kummts guad ham, passts auf euch auf. Wir sind eine Familie. Ich liebe euch."(Anm.: Kein Angehöriger der Reisenden).
Ganz ohne australischen Fußball im Stadion sollte dieser Monat natürlich auch für uns nicht bleiben und so steuerten wir gleich am ersten Tag unseres Trips das sonntägliche Erstliga-Spiel im Sydney Football Stadium an.
Da wir tagsüber an den Northern Beaches von Sydney verweilten, kamen wir etwas später als erwartet am Stadion an. Eine Umrundung des Arials musste aufgrund des heftigen Drucks der Blase sowie dem riesigem Durst flach fallen. Nach der erfolglosen Toilettensuche entschlossen wir uns, das Stadion zu entern. Da wir beim anschließenden Versuch, in die am Gelände befindlichen Anlage der Jugendmannschaften einzudringen, vom Sicherheitschefs gestoppt wurden, versuchten wir bei der Gelegenheit noch den "Journalists from Europe - Schmäh", um uns auch ein günstiges Dinner sowie freien Zugang zu allen Stadionbereichen zu verschaffen. Der freundliche Herr war zwar sehr bemüht, konnte aber so kurz vor Spielbeginn auch nichts mehr für uns machen. Also schnell zwei der günstigen Tickets gesichert und rein ins 1969 erbaute Stadion. Gleich von Beginn an wusste man, was Sport in Australien bedeutet: Entertainment pur! Geldautomaten an jeder Ecke, Fast Food in allen möglichen Variationen und Sicherheitswahn wohin das Auge reicht.
Der Zuschauerzuspruch für „Soccer“ war auch an diesem Tag relativ schwach. Während beim beinahe gleichzeitig stattfindenden Rugby-Spiel im Olympiapark über 40.000 Zuseher dem letzten unbedeuteten Spiel vor dem bevorstehenden Play-offs beiwohnten, waren es hier und heute nur vergleichsweise mickrige 11.000, die sich ins Sydney Football Stadium verirrt hatten. Der Fußball der am Feld gezeigt wurde, zeigte allerdings auch, warum. Erbärmlich, was der Tabellenführer und sein Neuseeländischer Gegner boten. Fehlpässe und Stoppfehler en Masse. Vermutlich wird daher jede auch nur etwas gelungene Aktion mit Applaus gewürdigt. Die Familien im Oval hatten also trotzdem sichtlich Spaß am Gekicke. Ich begab mich ob des schlechten Spiels erstmal auf eine Stadionrunde.
Vorbei an den vielen Ständen, welche Pies und Hot Dogs feilboten und dann quer durch den mit zirka zehn Mann besetzten Auswärtssektor, welcher von einigen unauffälligen Ordnern überwacht wurde. Das Spiel blieb aber stets im Augenwinkel, denn an Fernsehgeräten in den Gangbereichen fehlte es natürlich auch nicht. Wenn der Sportbegeisterte Aussie Lust hat, bekommt dieser natürlich auch die Möglichkeit sich das parallele Rugbymatch im weitläufigen Gastrobereich anzusehen. Diese Option blieb natürlich nicht ungenützt und so mancher Stadionbesucher verfolgten auf diese Weise beide Spiele „live“. Hinter der Kurve geht man es in der Kantine gemütlich an. Am sauberen Teppichboden, zwischen massig Polizei und Ordnerdienst, braucht man das Spiel auch nicht sonderlich ernst nehmen. Vorne bemühten sich allerdings doch einige, ihr himmelblaues Team zum Sieg zu singen. Youtube scheint auch in OZ angekommen sein. Viele bekannte Melodien aus Europas Stadien, wurden hier zum Besten gegeben.
Schockierend allerdings die starke Präsenz der unnötigen Police. Dutzende Beamte, die sich im Kurvenbereich aufhalten und den jungen Supportern das Leben schwer machen. Stets irgendwo am Ermahnen und im Gespräch mit den durchwegs harmlosen Jungs. So wird auch in Zukunft auf den Rängen wenig Fußballstimmung herrschen.
Die ganze Liga besteht allerdings auch erst seit 2004 und ist ein einziges kommerzielles Konstrukt. Die Klubs entstanden fast ausschließlich erst bei Ligagründung. Während dieses wunderbare Spiel vorher hauptsächlich von (europäischen) Einwanderern und deren Nachkommen gespielt und verfolgt wurde, versucht man es nun mit zentraler Vermarktung nach amerikanischem Vorbild. Ausrangierte Stars aus der Premier League, sowie günstige Angebote sollen die Familien ins Stadion und vor die Fernseher locken. So wirklich kommt das Ganze allerdings nicht ins laufen. Zu dominant sind die alt eingebürgerten Sportarten wie Australien Football, Rugby oder Cricket. Interessant, wie sich das in den nächsten Jahren entwickeln wird. Vermutlich entsteht „etwas Großes“ und eigentlich fehlt nur mehr der Zuckerwasserprinz aus Fuschl in diesem ach so durchdachten Konzept.
Am Spielfeld konnte sich der Tabellenführer letztendlich doch noch klar mit zwei Toren Differenz durchsetzen, was nach der etwas besseren Leistung in der zweiten Halbzeit auch verdient war. Für uns ging es nach vier weiteren Tagen in der ehemaligen Häftlingsstadt weiter in die zweitgrößte Metropole Australiens, wo ein Donnerstagsspiel im Docklands Stadion anstand.




































































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