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FK Mogren Budva - FC København  0:6 (0:4)

  am 22.07.2009, Gradski Stadion Podgorica, Montenegro, Champions League Qualifikation, 1.000 Zuschauer  


Das Los für die Qualifikation zur Europa League hatte uns eine Reise nach Albanien zu Vllaznia Shkoder beschert. Also hieß es wieder einmal, sich durch diverse Auslosungen, Spielpläne und Straßenkarten zu „wühlen“, um zu sehen, ob man auf der An- und Abreise nicht auch noch den einen oder anderen Ground- oder Länderpunkt mitmachen könne. Nachdem die Auslosungen und Ansetzungen erledigt waren, blieben uns ein Fixdatum und eine Möglichkeit. Das Fixdatum war das Rückspiel zur Champions League Qualifikation zwischen dem Vertreter aus Montenegro, die Möglichkeit war ein Erstligaspiel in Kroatien am Weg nach Hause. Eine entsprechende Besatzung fürs KKM wurde in Form von TR Kollegen Fichtl, Gubo von den Mailers, dem Piloten vom Xindl und meiner Wenigkeit auch schnell gefunden, und so machte sich dieses Quartett zwei Tage vor dem Rapidspiel abends Richtung Balkan auf. Der erste Teil der Piste durch Österreich und Ungarn war ob der hervorragend ausgebauten Autobahn und des geringen Verkehrsaufkommens kein Problem. Der gefürchtete und angeblich komplizierte Grenzübergang nach Serbien stellte sich auch als sehr einfach heraus, und wegen der Autobahnmaut in diesem Land nahm man auch an, dass es in dieser Tonart weitergehen würde. Doch weit gefehlt: trotz der für die gesamte Strecke kassierten Gebühr existiert die zugehörige Straße nämlich nur auf dem Papier. Stückweise Autobahn, aber sonst eine bessere Bundesstraße, einige Ortsdurchfahrten und eine doch recht komplizierte Durchquerung Belgrads verringerten den Kilometerschnitt zusehends. Noch schlechter wurde es allerdings in Montenegro, als man auf der einzigen Straße in Richtung Süden zwar durch wunderbare Gebirgslandschaften fuhr, aber im Zusammenspiel mit ständig bremsenden Lastkraftwagen und Traktoren ein hunderte Kilometer langes „Nadelöhr“ zu bewältigen hatte.
Doch weder davon noch vom Ausfall der Klimaanlage ließ man sich beirren. Kupfa spulte, wie gewohnt, Kilometer für Kilometer runter, Gubo gönnte sich das eine oder andere Nickerchen, oder nutzte langsame Stellen für eine landschaftliche Fotosafari. Fichtl und ich vernichteten inzwischen die reichlich eingepackten und unterwegs zugekauften Biervorräte. Nach rund 16 Stunden Fahrzeit war man jedenfalls müde aber frohen Mutes in Podgorica, und dank der Internetpläne fand man auch die ziemlich versiffte, aber dennoch irgendwie liebenswerte, Unterkunft. Ein so genanntes Hostel, welches sich als alte, ebenerdige Zweizimmerwohnung entpuppte, und in dem außer dem Inhaber „Steve“ auch abwechselnd zwischen zwei und zehn Gäste unterkamen. Immerhin gab es ein paar Betten, ein paar Matratzen, und für manche unter uns sogar Leintücher. Der Rest zog die mitgebrachten Schlafsäcke vor – und das war wohl auch gesünder so. Der größte Vorteil des Hostels ist zweifelsohne die Lage: nur einen Steinwurf entfernt vom Nationalstadion.
Nachdem wir keine offenen Kassen ausmachen konnten, nutzten wir den Nachmittag zu einem Bummel durch die nette und mit vielen historischen Bauwerken ausgestattete Altstadt, zum Auffüllen der Biervorräte und zu einem preisgünstigen landestypischen Mahl. Manche bereicherten den Ausflug mit einem kurzen Bad in der erfrischenden, aber leider sehr vermüllten Moraèa, jenem Fluss, der sich seinen Weg durch die Hauptstadt der noch jungen Republik Montenegro gebahnt hat. Am Abend machte man sich dann wieder auf in Richtung Stadion, um Karten für das Match zu besorgen, welches der FK Mogren Budva hier austragen musste, weil die heimische Spielstätte gerade einmal eine Stahlrohrholzkonstruktion statt einer echten Tribüne bietet, und somit natürlich nicht den strengen Anforderungen der UEFA entspricht. Auf der Heimreise entlang der Küste konnten wir dann im Vorbeifahren vor Ort besichtigen, was wir dort „verpasst“ hatten.
Aber wieder zurück zur Kartensuche: Das Stadion, an dessen Außenseite kleine Geschäfte, ein Restaurant und ein Kaffeehaus untergebracht sind, wurde umrundet und an einer Ecke der Hintertorseite konnte man durch den dort möglichen Einblick auch schon einige Besucher auf der Haupttribüne erblicken. Aber keine (offene) Kassa weit und breit. Also erstmal die körperlich robusten Ordner am VIP Eingang gefragt, welche uns dann in gebrochenem Englisch erklärten, dass es heute freien Eintritt gäbe, dass wir aber das halbvolle, mitgebrachte Bier vorher noch austrinken müssten. Nachdem wir dieser einfachen Forderung Folge geleistet hatten, wurde unmittelbar das Stadion betreten. Innen angekommen wurden wir wegen unserer ähnlichen T-Shirts gleich von einem Ordner abgefangen und befragt, woher wir denn kämen. Nach kurzem Hin und Her und dem Einsatz seines Funkgeräts wurden uns Plätze in der Mitte der Haupttribüne zugewiesen. Ob man Angst vor oder um uns hatte, weiß ich bis heute nicht.
Der Ground selbst, welcher an manchen Stellen von außen eher an ein Bürogebäude als an ein Fußballstadion erinnert, wenn man nicht die Flutlichtmasten sehen würde, fasst gut 16.000 Zuschauer. Dass sich zu diesem Spiel nur etwa 1.000 Leute eingefunden haben, lag zum einen daran, dass hier nicht – wie schon erwähnt – der Heimatverein zu Werke ging. Andererseits bot auch das Hinspielergebnis von 6:0 für den Gegner aus Dänemark wenig Aussicht auf einen spannenden Abend. Diese 1.000 machten es sich durchwegs auf den blauen Sitzschalen der großen, überdachten Haupttribüne gemütlich, was schlicht und ergreifend daran lag, dass außer dieser nur der kleine Pressebereich schräg gegenüber geöffnet war. Sonst verfügt der „All Seater“ über zwei nette zweirangige Hintertortribünen, deren Dachkonstruktion ein Wenig an unser Gerhard Hanappi Stadion erinnert und über eine niedrige Gegengerade ohne Dach.
Das Spiel hatte nur mäßiges Niveau, was zum einen daran lag, dass sich Kopenhagen bei der vorherrschenden, schwülen Hitze eher schonte und nur das Notwendigste tat und zum anderen daran, dass die Mittel der Gastgeber augenscheinlich beschränkt waren. Dazu kamen unübersehbare Motivationsprobleme seitens des Teams von der montenegrinischen Küste und so nahm ein weiteres Schützenfest der Dänen seinen Lauf. Angriff um Angriff rollte in Richtung des Gehäuses von Budva und zur Pause war man mit 0:4 noch gut bedient.
Organisierte Heimfans waren Mangelware, sodass der Support, wenn man überhaupt davon sprechen konnte, sehr Spiel bezogen ausfiel und am ehesten noch aus Raunen und Unmutsäußerungen bestand. Die Dänen hatten rund 30 Leute am Start, die allerdings eindeutig in die Kategorie „Sommerurlaub“ fielen. Einige Pensionisten und Familien mit Kindern – dazu eine einzige kleine Zaunfahne. Bis auf das helle Geschrei der durchwegs blonden dänischen Kinder kann man also getrost sagen, dass es bei diesem Match keinerlei Fanunterstützung gab.
Das Buffet, welches von zwei offensichtlich betrunkenen Bullen „bewacht“ wurde, bot nichts Überzeugendes und so machte man sich in der Pause zur nahe gelegenen Tankstelle auf, um den gröbsten Bierdurst zu löschen. Im Laufe des Abends lernte man noch zwei Rapidfans und zwei deutsche Hopper aus Hannover kennen, mit denen man am Folgetag gemeinsam Richtung Albanien aufbrechen wollte. Der Ordnung halber betrat man nach rund 60 Minuten erneut das Stadion um sich auch den Rest der Budva-„Vernichtung“ anzusehen. Trotz einiger Chancen für die Heimelf endete auch dieses Match schließlich mit demselben Ergebnis wie im Hinspiel. Spannend war es also zu keiner Zeit – aber was solls? Der Länderpunkt war eingesackt und ein paar Drinks später machte man sich auf ins Nachtlager, in dem sich an diesem Tag acht Personen eingefunden hatten.
Am nächsten Tag ging es dann – wie gesagt – weiter nach Albanien, wo man mit Rapid souverän den Aufstieg einfuhr. Dass bei unserem Gegner womöglich die internationale Wettmafia die Finger im Spiel hatte, wurde erst später bekannt. Die Heimreise erwies sich – wie auch die Hinfahrt – als landschaftlich reizvoll, allerdings ob der Grenzformalitäten und der Qualität der Straßen als ehr anstrengend. Der eine oder andere Eselskarren, Pferde mitten auf der Straße und gefühlte 300 Jahre Holzbrücken machten ein rasches vorwärts kommen unmöglich und auch der Ausfall der Klimaanlage bei Temperaturen jenseits der 40 Grad Celsius war nicht gerade prickelnd. Als klar wurde, dass das Erreichen der Abendpartie in Kroatien utopisch geworden war, ließ man es ruhiger angehen und machte auch einen kurzen Badestopp an der Mittelmeerküste. Zum Abschluss war dann auch noch strömender Regen unser unerwünschter Begleiter, aber irgendwann in der Nacht von Freitag auf Samstag war man wieder wohlbehalten in Wien. Anstrengende Tage lagen hinter uns. Allerdings auch wieder einmal unvergessliche Eindrücke aus den durchreisten Ländern und nicht zuletzt wuchs die Liste der mit Fußball besuchten Länder um weitere zwei.




































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