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Fenerbahçe S.K. - Trabzonspor  0:0

  am 25.01.2009, Şükrü Saracoğlu Stadion, Türkei, Süper Lig, 45.000 Zuschauer  


Nach etwa 20 Minuten war man am Ziel, und das Finalstadion des heurigen UEFA-Cup-Bewerbs bot sich uns in aus dem Internet bekannter Manier. Eine nagelneue Arena mit Geschäften, Burger King, Fanshop und Autohaus in der Außenhülle.
Ringsum war jeder Zweite dabei, ziemlich aggressiv irgendetwas an den Mann zu bringen. Allerlei Knabberzeugs, Wasser, Hupen, Tröten, Fahnen, Schals – und dies alles untermalt durch einen ziemlich nervigen Lärmpegel. Es wurde eine halbe Runde ums Stadion gedreht und der korrekte Eingang ausgemacht. Dabei hörte man teilweise schon Sprechchöre und Pfiffe aus dem Inneren, obwohl es noch mehr als 90 Minuten bis zum Anpfiff waren. So beschloss man, noch einen der vielen Kiosks zu beehren, und sah sich das Treiben mit einer kalten Dose in der Hand entspannt vom Straßenrand aus an, ehe man eine halbe Stunde vor Anpfiff ins Stadioninnere wechselte. Zwei sehr lasche Sicherheitskontrollen später war man – diesmal mit Feuerzeug im Schuh und ohne Spende an den Halbmond - am Unterrang hinter dem Tor. Der Allseater für gut 50.000 Besucher war schon recht gut gefüllt, und auch die ersten Fangesänge hallten schon durchs Rund. Zwei Ränge, komplett überdacht und an den beiden Längsseiten je 60-80 Businesslogen zwischen Ober- und Unterrang. Zwei große Videowalls und bis zu vier Reihen Heizstrahler am Dach, die vor allem am oberen Rang für wohlige Wärme auf den Plätzen sorgen, runden das Bild eines modernen Fünfsternestadions ab. Da weiß man dann auch, warum die günstigste Karte gut dreißig Euro kostet – Mitte Seite mit Polstersitz gibt’s um etwa 150 Flocken. Auch sonst viel „Event“ – mehrere „Feneriums“ (kleine und große Fanshops) auf allen Tribünen, dazu diverse „Hymnen“ aus der Konserve in heftiger Lautstärke, bei denen teilweise auch mitgesungen wird. Unterbrochen wird das ganze durch ein nettes „Schauspiel“ – ein Spieler nach dem anderen, wird „gebeten“ das Aufwärmen vorm anderen Tor zu unterbrechen, die 80 Meter herüber zu laufen und sich bei den Fans zu präsentieren. Vor allem bei „Superstar“ Roberto Carlos wird’s laut. Vor Spielbeginn wieder die obligatorische türkische Hymne, anschließend ein recht leiwandes „Fenerlied“ und eine ergreifende Trauerminute mit Zapfenstreich. Mit einer Überrollfahne am Oberrang über uns, einer bewegten Schalparade und etwas Rauch von der Seite gings dann los, die mit etwa 4.000 Mann besetzte Auswärtskurve versuchte nach Kräften dagegen zu halten, war aber am Anfang chancenlos. Hinter den Toren, aber auch am Oberrang der Längsseiten, wurde es immer wieder laut – und es gab auch den einen oder anderen lässigen Wechselgesang. Am Feld begann es mit je einem Paukenschlag – ein Kopfball von Fenerbahçe ging knapp daneben, eine hundertprozentige Chance von Trabzon wurde stümperhaft vergeben. Der Schiedsrichter machte sich keine Freunde, indem er gleich dreimal nicht auf Abseits von Trabzonspor entschied. Nach und nach verflachte aber die Partie und nur Roberto Carlos vermochte große fußballerische Akzente zu setzen. Leider übertrug sich diese Schwäche mit Fortdauer des Spiels auch aufs Publikum – nur ab und an konnte man erahnen, was hier bei einem 1:0 los sein könnte. In den stillen Phasen kamen auch die Jungs im Auswärtsblock immer wieder auf – und wenn, dann in ordentlicher Lautstärke und mit massig Bewegung. Dies hatte dann postwendend ein Pfeifkonzert des Stadionrests zur Folge. Unsereins hatte inzwischen unmittelbar hinterm Zaun auf den ungenützten Rollstuhlplätzen Posten bezogen und verstieß fleißig gegen das eigentliche Rauchverbot. Machten aber fast alle anderen auch, und scherte nicht zuletzt deshalb niemanden. Am Ende hieß es nach einer mageren Partie verdient 0:0. Nach einem kleinen Scharmützel beim Auswärtsblock wurde das Licht auf ein Mindestmaß runtergedreht und die Bullen dürften noch etwas „Knüppel aus dem Sack“ gespielt haben. Bis auf den Away-Sektor, der die „Dunkelheit“ dazu nutzte, die Leuchtkraft der Handydisplays unter Beweis zu stellen, leerte sich das Stadion recht schnell. Nette optische Einlage übrigens. Nachdem sich die Massen verzogen hatten, machten auch wir uns auf den Weg und konnten bei einer Pause am Bierstand noch ein paar Laufspiele beobachten – aber nichts Großartiges. Gemütlich gings runter zur Fähre, auf der es nach einigen Meinungsverschiedenheiten dann doch ein friedliches Miteinander der beiden Fangruppen gab. Nach einer Einkehr im Fischrestaurant begab man sich mit der letzten Straßenbahn zum Hostel und nach einem Absacker in der Bar des Hauses zur verdienten Nachtruhe in unserm billigen, doch sehr brauchbaren Domizil.
Den Montag nutzte man noch für eine Runde durch den Basar und ein paar Einkäufe, ehe es nach einem Snack am Taksimplatz via Bus, Flieger und Bus wieder retour in unser schönes Wien ging. Vier ereignisreiche Tage in einer sehenswerten Stadt mit sehr freundlichen Bewohnern lagen hinter uns. Tolle Erlebnisse auf und abseits der Fußballstadien – viele Eindrücke und viele unvergessliche Bilder. Dazu natürlich der neue Länderpunkt und vier neue Grounds.


















































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