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A.C. Cesena - Pisa Calcio  1:2 (1:1)

  am 09.09.2007, Stadio Dino Manuzzi, Italien, Serie B, 8.234 Zuschauer  


Sonntags wurde das eher durchschnittliche Frühstück mit Todesverachtung bekämpft, ehe man gegen 10 Uhr auschecken musste. Dass Platinum bereits zum zweiten Mal seinem Glück und der Ehrlichkeit der Einheimischen zu verdanken hatte, dass er nicht einen mp3-player, eine Brille und einiges Andere weniger hatte, sei am Rande auch noch erwähnt. Da noch Zeit en Masse war, gabs sogar eine Stunde Sandstrand, ehe wir uns auf der Bundesstraße in Richtung Cesenatico aufmachten, wo das Denkmal des ehemaligen Radfahrers Marco Pantani in dessen Heimatort mit einigen Fotos gewürdigt wurde. Einen Tankstopp und 15 Kilometer später war man im zwischenzeitlichen Ziel Cesena angekommen und auch das dortige Stadion war schnell ausgemacht. Zeit genug für einen recht brauchbaren Imbiss und ein großes Moretti und etwa eine Stunde vor Anstoß um 15:00 Uhr war man dann am Stadion angelangt.
Vor der Heimkurve (Curva Mare) herrschte schon hektisches Treiben und die Anwesenheit vieler junger Fans und „Ultras“ ließ auf eine anständige Supportleistung hoffen. Die Auswärtsfans wurden von den Heimischen weiträumig abgeschottet – der Auswärtsblock ist in der Nähe des Bahnhofes und auch für die Auswärtsbusse gibt es schwer zugängliche Parkmöglichkeiten, sodass es vor dem Stadion zu keinerlei Feinberührung kam. Man entschloss sich ob besserer Sicht auf Kurven und Spielfeld, die etwas teureren Karten am Oberrang der Gegengerade zu erwerben – wie sich herausstellen sollte eine gute Entscheidung. Nach dem recht langwierigen und komplizierten Verfahren der Namensfeststellung (der Name wird in der EDV gespeichert und auf die Karte aufgedruckt) kam man für € 22.- ins Stadion, nicht ohne bei den Carabinieri drei Feuerzeuge und einen Edding zu verlieren.
Das Stadion macht zumindest an drei Seiten einen recht modernen Eindruck – diese drei Seiten (beide Hintertortribünen und die Gegengerade) weisen zwei Ränge auf, die Haupttribüne muss sich mit einem Rang begnügen. Obwohl einige Kleinigkeiten Anlass zur Kritik bieten (Anzeigentafel und Uhr glänzen einzig durch Abwesenheit), so ist dieses reine Fußballstadion mit etwa 24.000 Sitzplätzen recht gelungen. An diesem recht warmen Sonntagnachmittag war es etwa zu einem Drittel gefüllt. Nachdem man die drei verschiedenen (!) Gratisprogramme überflogen hatte, konnte es losgehen.
Die heimischen Fans hatten den gesamten Oberrang rechts von uns okkupiert, und auch auf Teilen des Unterranges waren die schwarzweißen Vereinsfarben des AC erkennbar. Diesen rund 3.500 Tifosi standen links von uns etwa 1.500 Mann aus Pisa gegenüber. Obwohl die Klubfarben von Pisa Calcio blauschwarz sind, dominierte dort das Rot des Satdtwappens. Da Transparente und andere hierzulande nicht wegdenkbare Utensilien scheinbar immer noch nicht erlaubt sind, musste man ohne FC-Fetzen, Schwenkfahnen und Trommeln auskommen. Dennoch wussten zu Beginn beide Seiten zu gefallen – immer wieder gabs lautstarke Anfeuerungen, Klatscheinlagen und die ein oder andere Schalparade. Auf Seiten Cesenas waren sogar (schwache) Ansätze von Pyrorauch zu erkennen. Natürlich durften die üblichen Schmähgesänge und Beschimpfungen des Gegenübers nicht fehlen – und auch ohne Italienischkurs wusste der regelmäßige Stadionbesucher, was die einzelnen Gesänge zu bedeuten hatten.
Das Match selbst war recht unterhaltsam. Cesena ging nach einem Stellungsfehler in der Pisaabwehr schon in Minute zwei in Führung. Nach etwa einer halben Stunde konnte Pisa aber verdient ausgleichen und war spätestens ab diesem Zeitpunkt auf den Rängen überlegen. Herrlicher Oldstyle Support der Roten war die Folge – abwechslungsreiche Lieder mit geschickten optischen Effekten – immer wieder „gute Hände“ – die Stimmung überraschte doch positiv.
Weil der Kapitän von Cesena, der an diesem Tag schon einiges verbockt und sich so den Ummut von Platinum und einem großen Teil des restlichen Publikums zugezogen hatte, knapp vor der Pause auch noch mit einem Elfmeter scheiterte, gings mit 1:1 in die Pause. Zu diesem Zeitpunkt erfuhr man mittels Pausenstand nicht nur, dass das eigentlich geplante Abendmatch auch auf den Nachmittag vorgezogen wurde, sondern man wechselte auch auf den besser gelüfteten und schattigen unteren Rang. In Halbzeit zwei manifestierte sich die Kritik eines Fans an der fortgesetzten Fehlpassorgie seines Kapitäns mit einem Sturm an und auf die Plexiglasbande. Die freundlichen Worte wurden vom Spieler mit Applaus und nach oben gestrecktem Daumen quittiert, worauf die Zuseher natürlich noch besser auf ihn zu sprechen waren. Nach dem Führungstreffer gabs seitens der Pisafans zuerst die in Italien üblichen „Posereien“, an denen sich vom Schulkind bis zum Pensionisten alle Altersschichten beteiligten. Danach feierte der Block in beeindruckender Lautstärke die Mannschaft, sich selbst und schließlich auch einen insgesamt verdienten Auswärtssieg. Der Auftritt der Kurven, insbesondere jener von Pisa Calcio konnte über so manche fußballerische Unzulänglichkeit hinwegtrösten.

Für uns hieß es ob des fehlenden Abendspiels nach Wien aufzubrechen – ein Unterfangen, das sich vor allem auf den ersten 100 Kilometern als ungeahnt schwierig erwies, zumal man immer wieder in mühsame Staus und zähflüssigen Verkehr geriet. Erst ab Bologna entspannte sich die Lage und man kam ohne Zwischenfälle gegen drei Uhr früh wieder in Wien an. Ein Dank an dieser Stelle an den Fahrer des KKM, der uns wie immer sicher und souverän durch die Weltgeschichte chauffierte.




























































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